Ukraine: Kapitulation? „Deutschland sollte wissen, welchen Preis Frankreich und Polen zahlten“


Sport Tennis-Profi im Krieg

Stand: 10:26 Uhr| Lesedauer: 2 Minuten

Ex-Tennisprofi kämpft für Ukraine – „Meine Kinder wissen nicht, was ich hier mache"

Sergej Stachowski kämpft für sein Heimatland. Der Ex-Tennisprofi aus der Ukraine meldete sich freiwillig als Kämpfer und patrouilliert nun in Kiew. Er hofft auf ein schnelles und gutes Ende des von Russland angezettelten Krieges.

Sergej Stachowski war bis Januar Tennisprofi und spielte noch bei den Australian Open. Jetzt patrouilliert der Ukrainer als Freiwilliger in Kiew. Er und seine Kameraden seien fest entschlossen, eine Kapitulation schließt er kategorisch aus.

Der ehemalige Tennisprofi Sergej Stachowski macht sich große Sorgen um das Schicksal seines Heimatlandes Ukraine. „Wenn man Putin sagen hört, dass die Ukraine nie existiert hat, dass sie von der Sowjetunion, von Lenin, erschaffen wurde, dass sie nie eine Geschichte hatte, dann versteht man: Sollte die Ukraine diesen Krieg verlieren, wird sie aus allen Geschichtsbüchern getilgt werden", sagte Stachowski der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). „Sie wird als Land von der Erde verschwinden."

Stachowski war bis Januar Tennisprofi und spielte noch bei den Australian Open, jetzt patrouilliert der 36-Jährige als Freiwilliger der Territorialverteidigung in der Hauptstadt Kiew, um dort für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. „Nun befinden wir uns in einem Krieg mit Russland, und ich verstehe, um die Ukraine zu kontrollieren, müssen sie die Mehrheit der Ukrainer abschlachten", erklärte der ehemalige Sportler, dessen Familie mit seinen drei Kindern in Budapest lebt.

Stachowski 2019 beim ATP-Turnier in Halle

Quelle: pa/dpa/Friso Gentsch

Die Stimmung unter den Freiwilligen in Kiew sei derzeit gut, aber jeder sei auc h besorgt „über die anderen Städte, die verwüstet werden und wo Menschen sterben. Jeder ist super motiviert, aber auch wütend und bereit, sich an der russischen Armee für ihre Gräueltaten zu rächen, für das, was sie der Zivilbevölkerung antun. Sie schlachten Familien ab, töten Zivilisten, vergewaltigen", schilderte Stachowski.

Lesser lieh Stachowski seinen Instagram-Account

Eine Kapitulation seines Heimatlandes schließt er kategorisch aus. „Es ist nett, dass einige Leute denken, dass eine Kapitulation das Töten stoppt. Doch gerade Deutschland sollte wissen, welchen Preis Frankreich und Polen zahlten, als sie kapitulierten."

Stachowski zählte zu den ukrainischen Athleten, denen Biathlet Erik Lesser in den vergangenen Wochen seinen Instagram-Account zur Verfügung stellte. Der Deutsche hatte zu Beginn des Kriegs rund 20.000 russische Follower. Diese Reichweite wollte Lesser einsetzen.

Stachowski hatte unter anderem einen emotionalen Appell g epostet. „Das ist mein Kiew. Wie ihr seht, sind das keine Militärgebäude", schrieb Stachowski unter Fotos von zerbombten Wohnhäusern und Supermärkten: „Hier töten russische Raketen Zivilisten. Die Ukraine hat diesen Krieg nicht begonnen. In der Ukraine gibt es keine Nazis. Schickt eure Soldaten nach Hause."

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