Zwischen der Ukraine und Russland herrscht weiterhin Krieg. Dabei verpasst Selenskyjs Armee der von Putin immer wieder empfindliche Schläge. Der News-Ticker.
Update vom Dienstag, 22.03.2022, 10.00 Uhr: Dass der Ukraine-Krieg nicht wie von Russlands Präsident geplant abläuft, ist offensichtlich. Unbekannt bleibt hingegen, wie hoch der Blutzoll bereits ist, den die russische Armee für den Angriff auf die Ukraine zahlen muss, darüber herrscht Unklarheit.
Eine Kreml-treue Tagsezeitung hat nun einen Bericht veröffentlicht, in dem von 9861 gefallenen russischen Soldaten die Rede ist. Weitere 16.153 Soldaten sollen verwundet worden sein. Der Artikel war allerdings nur wenige Minuten im Online-Angebot der Komsomolskaya Pravda zu finden, ehe er wieder gelöscht wurde. Darüber berichtete der Journalist Illia Ponomarenko vom Nachrichtenportal Kyiv Independent. Laut Informationen der Geheimdienste aus den USA und Großbritannien muss Russland derzeit bis zu 1000 gefallene Streitkräfte pro Tag im Ukraine-Krieg verkraften. Das berichtet die New York Times. Laut Angaben der ukrainischen Behörden sind die Opferzahlen viel höher. Russland spricht bislang von weniger als 400 gefallenen Soldaten.
Ukraine-Krieg: Russlands Vormarsch kommt ins Stocken – das sind die GründeErstmeldung vom Montag, 21.03.2022, 17.30 Uhr: Kiew – Russland greift seit fast einem Monat die Ukraine an. So bestürzt sich viele Politiker, Stars und Experten über den Krieg gezeigt haben, so erstaunt äußern sich Militärexperten über das Vorgehen von Russland.
Ukrainische Soldaten winken aus einem Panzer. Im Krieg mit Russland hält die Verteidigung bislang stand.
© Anatolii Stepanov/AFP
Die Armee von Wladimir Putin scheint Schwierigkeiten an allen Ecken und Enden zu haben. Der Militärexperte und US-General Franklin McKenzie zeigt sich gegenüber dem Nachrichtenportal cbsnews.com ebenfalls erstaunt. „Dass sie so große Probleme haben, überrascht mich", sagte er.
Krieg in der Ukraine: London attestiert Russland schwere VerlusteBereits am Mittwoch (16.03.2022) gab es eine ähnliche Stellungnahme aus London, wie die dpa berichtet. Der englische Geheimdienst schrieb in einer Stellungnahme, dass die Armee hinter Wolodymyr Selenskyj die Schwächen Russlands taktisch gut genutzt habe.
Die Armee der Ukraine habe den Vormarsch der russischen Armee abwehren können und der Armee Putins schwere Verluste zugefügt, heißt es aus dem britischen Verteidigungsministerium. Seitens der Ukraine heißt es, dass Russland bereits rund 40 Prozent seiner Truppen beim Angriff auf das Nachbarland verloren haben soll. Aktuell können diese Angaben jedoch nicht unabhängig überprüft werden.
Verluste im Ukraine-Krieg: Panzer von Putin weniger stark als erwartet – Experte verwundert von RusslandWährend der britische Geheimdienst die ausbleibenden militärischen Erfolge von Russland auf fehlende Lufthoheit und somit auch fehlende Handlungsoptionen zurückführt, hat McKenzie einen anderen Blick auf den Ukraine-Krieg. Der General war die letzten drei Jahre nach Angaben von cbsnews im Nahen Osten für die USA im Einsatz.
In nächster Nähe zu Streitkräften aus Russland hatte er die Armee von Wladimir Putin als starke und große Panzerarmee* kennengelernt. Die vergangenen drei Wochen haben jedoch die vermeintlichen Erkenntnisse aus drei Jahre Syrien-Einsatz* widerlegt.
Panzer aus Russland: In der Ukraine sollen bisher fast 500 zerstört worden seinDas Ukrainische-Militär gibt jeden Tag die Verluste von Russland bekannt. Die Zahl der mutmaßlich zerstörten Panzer unterstreicht die Wahrnehmung von McKenzie. Demnach sollen bis zum 21.03.2022 bereits 498 russische Panzer zerstört worden sein. Aktuell können auch diese Angaben nicht unabhängig bestätigt werden.
Der Amerikaner McKenzie war in seiner Karriere selbst bereits Panzerkommandant. Dass einer ganzen Panzer-Kolone der Sprit auf dem Weg in Richtung Kiew ausging, konnte der über 60-Jahre alte Veteran kaum glauben.
Panzer auf den Straßen der Ukraine: Hat Russland zu wenig Übung im Krieg?Bei dem Vormarsch seien grundlegende logistische Überlegungen ausgeblieben, so das Fazit des Generals. Dass sich Russland bei ihrem Panzerangriff vor allem auf Straßen bewegt*, führt McKenzie auf einen Mangel an Training zurück.
Die Straßen sind Todesfallen, besonders für gepanzerte Fahrzeuge, besonders wenn man gegen Leute kämpft, die gute Panzerabwehrsysteme haben, und die Ukrainer haben gute Panzerabwehrsysteme.
Frank McKanzie gegenüber cbsnewsOb die hohen Verluste von Russland auf ihre eigene Inkompetenz zurückzuführen sind, wird sich nach der Einschätzung von McKenzie erst noch zeigen. Nachdem die Truppen der Ukraine den ersten Vormarsch auf Kiew wohl gestoppt haben*, geht er allerdings davon aus, dass sich Russland neu formieren wird, um einen weiteren Angriff zu starten. Ein Scheitern von Putins Armee vor Kiew hält der Experte auf Dauer für unrealistisch. Der General führte zudem an, dass die USA, EU* und Nato* auch weiterhin Waffen an die Ukraine liefern werden. (lm/dil) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA
Rubriklistenbild: © ANATOLII STEPANOV
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