Ukraine-News im Liveticker: Fliegeralarm-Sirenen gellen in weiten Teilen der Ukraine


In vielen ukrainischen Städten sind am frühen Samstagmorgen Luftschutzsirenen zu hören. Wie mehrere ukrainische Lokalmedien berichten, seien die Menschen so in der Hauptstadt Kiew, in Lwiw, in Odessa, Charkiw, Tscherkassy und in der Region Sumy im Nordosten des Landes aufgefordert worden, Schutzräume zu suchen.

In der von russischen Truppen besetzten Stadt Melitopol in der Südukraine soll nach ukrainischen Angaben der Bürgermeister Iwan Fedorow entführt worden sein. In einem Videofragment war zu sehen, wie Vermummte einen Mann aus einem zentralen Gebäude mitnehmen. Dies wurde am Freitag vom Vizechef des Präsidentenbüros, Kyrylo Tymoschenko, im Nachrichtenkanal Telegram veröffentlicht. Tymoschenko schrieb dazu, der Bürgermeister sei entführt worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Behörden der ostukrainischen Separatisten hatten dem 33-Jährigen kurz zuvor die Finanzierung einer ukrainischen nationalistischen Organisation v orgeworfen. Mit dem Geld seien „terroristische Verbrechen gegen friedliche Bewohner des Donbass" gefördert worden.

Am Vortrag waren nach pro-ukrainischen Demonstrationen „Freiwillige" aus den Separatistengebieten in der Ostukraine als neue Polizeikräfte in der Stadt vorgestellt worden.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Twitter

Um mit Inhalten aus Twitter und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung.

Soziale Netzwerke aktivieren

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen dazu finden Sie .

Das ukrainische Parlament teilte auf Twitter mit, Fedorow sei am Freitag bei einem Besuch des Krisenzentrums von Melitopol von einer Gruppe von „zehn Besatzern" ver schleppt worden, als er sich um Versorgungsfragen kümmern wollte. „Er weigerte sich, mit dem Feind zu kooperieren", hieß es in der Twitter-Nachricht.

In seiner täglichen Videoansprache bezeichnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Entführung des Bürgermeisters von Melitopol, Iwan Fedorow, als einen Versuch Russlands, die offiziellen Stellen in der Ukraine auszuschalten. „Dies ist offensichtlich ein Zeichen der Schwäche der Invasoren. Sie haben keine Kollaborateure gefunden, die den Besatzern die Städte und die Macht überlassen. Deshalb sind sie in eine neue Phase des Terrors eingetreten, in der sie versuchen, Vertreter lokaler ukrainischer Behörden zu beseitigen."

An dieser Stelle finden Sie Inhalte von Drittanbietern

Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung.

Externe Inhalte aktivieren

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Drittanbiete rn angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen dazu finden Sie .

Melitopol hatte vor der russischen Invasion am 24. Februar etwas mehr als 150.000 Einwohner. Die Stadt liegt rund 120 Kilometer südlich von Saporischschja, dessen Atomkraftwerk ebenfalls von russischen Truppen besetzt wurde. Nach Angaben des Parlaments in Kiew war bereits vor einigen Tagen die stellvertretende Vorsitzende des Regionalrats von Saporischschja, Leyla Ibragimowa, entführt und wieder freigelassen worden.

Alle Entwicklungen im Liveticker: 8:30 Uhr: Bislang 3491 ukrainische Militärinfrastruktur-Einrichtungen zerstört

Russische Truppen haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bislang 3491 Einrichtungen der militärischen Infrastruktur der Ukraine zerstört. Die Truppen würden „die Offensive in der Ukraine auf breiter Front fortset zen", zitieren russische Nachrichtenagenturen Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow.

8:10 Uhr: Putin-Kritiker Kasparow fordert technologische Sanktionen gegen russische Gasindustrie

Der frühere Schachweltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow hält einen möglichen Stopp westlicher Technik für Russlands Erdgas- und Ölindustrie für die wirksamste Sanktion gegen die russische Regierung. „Das Ölembargo selbst ist natürlich wichtig, aber das Entscheidende ist jetzt die technologische Blockade", sagt Kasparow der „Augsburger Allgemeinen" einem Vorabbericht zufolge. Die russische Öl- und Gasindustrie könne ohne westliche Technologien nicht arbeiten. „Bei jeder Sanktionsmaßnahme ist es wichtig, dass es keine Schlupflöcher, keine Schwachstellen, keine Umgehungsmöglichkeiten gibt", fügt er hinzu.

06:11 Uhr – Weitere mutmaßliche Oligarchen-Jacht in Italien festgesetzt

Italienische Behörden haben eine weitere Megajacht festgesetzt, die einem ru ssischen Milliardär zugerechnet wird. Das auf einen Wert von rund 530 Millionen Euro geschätzte Schiff mit dem Namen „Sailing Yacht A" liegt im Hafen von Triest. Beamte der italienischen Finanzpolizei setzten es am Freitag fest, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Die von der deutschen Werft Nobiskrug gebaute Jacht wird dem russischen Kohle-Milliardär Andrej Melnitschenko zugerechnet, der nach Russlands Invasion in die Ukraine auf eine EU-Sanktionsliste kam. Die italienische Finanzpolizei hatte bereits vergangene Woche eine mutmaßliche russische Oligarchen-Jacht festgesetzt.

04:45 Uhr – Kreml-Kritiker schlägt Technik-Blockade als Sanktion gegen Russland vor

Der frühere Schachweltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow hält einen möglichen Stopp westlicher Technik für Russlands Erdgas- und Ölindustrie für die wirksamste Sanktion gegen die russische Regierung. „Das Ölembargo selbst ist natürlich wichtig, aber das Entscheidende ist jetzt die technologische Blockade", sagt Kasparow der „Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe) einem Vorabbericht zufolge. Die russische Öl- und Gasindustrie könne ohne westliche Technologien nicht arbeiten. „Bei jeder Sanktionsmaßnahme ist es wichtig, dass es keine Schlupflöcher, keine Schwachstellen, keine Umgehungsmöglichkeiten gibt", fügt er hinzu.

03:26 Uhr – USA sanktionieren russische Novikombank-Vorstandsmitglieder

Wie US-Außenminister Antony Blinken mitteilt, sanktionieren die USA wegen des Kriegs in der Ukraine mehrere Vorstandsmitglieder der Novikombank sowie von ABR Management, ein Unternehmen, das von leitenden Managern der russischen Bank Rossija geführt wird.

02.05 Uhr – Facebook-Eigentümer Meta verteidigt Entscheidung zu Gewaltaufrufen

Dem Facebook-Mutterkonzern Meta zufolge, war eine vorübergehende Änderung seiner Inhaltsrichtlinien für die Ukraine notwendig, um den Nutzern dort die Möglichkeit zu geben, sich gegen den Angriff Russl ands auszusprechen. „Wenn wir unsere Standard-Inhaltsrichtlinien ohne Anpassungen anwenden würden, würden wir jetzt Inhalte von gewöhnlichen Ukrainern entfernen, die ihren Widerstand und ihre Wut auf die einmarschierenden Streitkräfte zum Ausdruck bringen", twittert der Präsident von Meta Global Affairs, Nick Clegg. Das Unternehmen wolle das Recht auf freie Meinungsäußerung als Ausdruck der Selbstverteidigung und Reaktion auf den Krieg in der Ukraine schützen. Die Veränderung der Richtlinie gelte deshalb nur für die Ukraine.

01:00 Uhr – Antirassismusbeauftragte besorgt wegen Diskriminierung von Russen

Die Antirassismusbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, hat sich besorgt gezeigt angesichts rassistischer Übergriffe auf Russen in Deutschland. „Teilweise trauen sich Menschen nicht mehr, Russisch auf der Straße zu sprechen. Das besorgt mich sehr", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). „Es gab auch Angri ffe auf russische Lebensmittelmärkte, Kinder werden in der Schule beleidigt. Das dürfen wir nicht dulden." Dies sei der Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin, nicht der Krieg der Russinnen und Russen, betonte Alabali-Radovan. Die Gesellschaft dürfe sich nicht spalten lassen. „Wir müssen solidarisch zusammenstehen."

00:04 Uhr – Selenskyj bedankt sich bei Polen für Unterstützung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich bei den Polen für ihre Unterstützung seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine bedankt. „Ihr nehmt unsere Leute in eure Familien auf, mit polnischer Zärtlichkeit, mit brüderlicher Freundlichkeit", erklärte Selenskyj am Freitag in einem Schreiben an seinen polnischen Kollegen Andrzej Duda. „Polnische Brüder und Schwestern, ich habe das Gefühl, dass wir eine sehr starke Verbindung aufgebaut haben."

Seit Beginn des russischen Einmarschs am 24. Februar sind nach UN-Angaben mehr als 2,5 Millionen Mensch en aus der Ukraine geflohen, mehr als die Hälfte von ihnen nach Polen.

Die Regierung in Warschau hatte diese Woche mit einem Vorstoß für Lieferungen von Kampfjets an die ukrainischen Streitkräfte für Aufsehen gesorgt. Sie schlug vor, ihre MiG-29-Jets an die USA abzugeben, damit Washington die Flugzeuge an die Ukraine weitergeben könne.

Die US-Regierung lehnte diesen Vorschlag jedoch als nicht „haltbar" ab. Daraus würden sich große Sicherheitsbedenken für die gesamte Nato ergeben.

23:50 Uhr – Russland - Auszahlung von ausländischen Geldtransfers nur noch in Rubel

Geldüberweisungen aus dem Ausland werden in Russland nur noch in Rubel ausgezahlt. Das teilt die russische Zentralbank in Reaktion auf die westlichen Sanktionen mit. Die neue vorübergehende Vorgabe gelte ab Samstag. Ein Enddatum für die Maßnahme nannte die Notenbank nicht.

23:41 Uhr – Youtube sperrt russische Staatsmedien weltweit

Die Videoplattform Youtube hat die Kanäle s taatlicher russischer Medien wie RT und Sputnik weltweit gesperrt. Die Unternehmensrichtlinien „verbieten Inhalte, die gut dokumentierte gewalttätige Ereignisse leugnen, verharmlosen oder trivialisieren", erklärte Youtube am Freitag. „Im Einklang damit sperren wir mit sofortiger Wirkung auch Youtube-Kanäle, die mit russischen staatlich finanzierten Medien in Verbindung stehen, weltweit."

Darüber hinaus werde Youtube nun Inhalte über die russische Invasion in der Ukraine löschen, „die gegen diese Richtlinie verstoßen". Dazu zählten Leugnungen der Invasion oder Behauptungen, es handele sich um eine Friedensmission.

Das Tochterunternehmen des Google-Konzerns hatte russische Staatsmedien vergangene Woche zunächst nur in Europa gesperrt. Zuvor hatte die EU ein Verbot der Sender RT und Sputnik verhängt.

23:00 Uhr – Russischer Zugang zu Interpol-Netzwerk eingeschränkt

Auch bei Interpol bekommt Russland weniger Spielraum. Russlands Möglichkeite n, Informationen direkt in das umfangreiche Netzwerk der internationalen Polizeiorganisation einzuspeisen, würden eingeschränkt, teilte das französische Außenministerium am Freitag mit. Fortan müsse die Dateneingabe zunächst vom Generalsekretariat von Interpol in Lyon überprüft werden.

Die forcierten Sicherheitsmaßnahmen folgten auf gleich „mehrere Verdachtsfälle der versuchten betrügerischen Nutzung" von Interpols System in den vergangenen Tagen. Ins Detail ging das Außenministerium nicht.

Die Entscheidung hat etliche Auswirkungen: für sogenannte rote Ausschreibungen für flüchtige Kriminelle muss es von nun an grünes Licht von der Interpol-Zentrale geben. Gleiches gilt sogar für Informationen über verloren gegangene oder gestohlene Dokumente.

Post a Comment

0 Comments

Abkehr von Putins Blockade-Taktik? : Ukraine meldet russische Angriffe auf Asow-Stahlwerk in Mariupol