Die Waffenlieferungen in die Ukraine sollen laut Verteidigungsministerin Christine Lambrecht zunehmend direkt über die Rüstungsindustrie erfolgen. Der News-Ticker.
München - Im eskalierten Ukraine-Konflikt* sieht die Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) kaum noch Möglichkeiten, die Ukraine mit Waffen und Material direkt aus den Bundeswehr-Beständen zu versorgen. Künftige Lieferungen müssten zunehmend direkt über die Rüstungsindustrie erfolgen, um die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr aufrecht zu erhalten, erklärte Lambrecht der Augsburger Allgemeinen.
Ukraine-Krieg: Waffenlieferungen aus Bundeswehr-Bestand â" Lambrecht sieht âGrenzeâ erreichtâBei Lieferungen aus den Beständen der Bundeswehr*, das muss ich ehrlich sagen, sind wir aber inzwischen an eine Grenze gekommenâ, so die Verteidigungsministerin. âDenn die Truppe muss weiter in der Lage sein, die Landes- und Bündnisverteidigung zu gewährleisten.â Das bedeute allerdings nicht, dass Deutschland nicht noch mehr für die Ukraine tun könne.
âDeshalb haben wir ja auch geklärt, was die Industrie direkt liefern könnteâ, betonte Lambrecht*. Dabei stimme man sich durchgehend mit der Ukraine ab. Die Ministerin bekräftigte, weiterhin keine Details über die Waffenlieferungen nennen zu können. Die Informationen seien aus guten Gründen als geheim eingestuft worden. âEntgegen anderen Darstellungen haben wir das auf eine ausdrückliche Bitte der Ukraine hin getanâ, erklärte Lambrecht weiter.
Waffenlieferungen an die Ukraine aus dem Bundeswehr-Bestand sind laut Verteidigungsministerin Lambrecht kaum noch möglich. (Archivbild) © Philipp Schulze/dpaDamit wies sie â" ohne Namen zu nennen â" erneut Aussagen des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk zurück, der der Verteidigungsministerin zuletzt âMärchenâ vorwarf. âDazu gibt es klare Aussagen meines ukrainischen Amtskollegen, seiner Stellvertreterin und des Militärattachés. An diese Vorgaben halten wir uns natürlichâ, so Lambrecht. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte die Verteidigungsministerin zuletzt scharf und forderte sogar ihre Entlassung.
Sorgen vor Ausweitung des Ukraine-Kriegs: Lambrecht versteht BedenkenLambrecht erklärte weiter, sie könne die Sorge vieler Menschen âsehr gut verstehenâ, dass der russische Präsident Wladimir Putin* durch die Waffenlieferungen aus dem Westen aggressiver werden und den Ukraine-Krieg* auch auf andere Gebiete in Europa ausdehnen könnte. âEs kommt darauf an, sich immer wieder abzustimmen, in Nato und EU, und dann auch die Konsequenzen unseres Handelns zu bedenkenâ, so die Verteidigungsministerin. Man sei sich mit den Alliierten âeinig, dass wir auf keinen Fall Kriegspartei werden dürfen.â
Lambrecht äuÃerte sich auch zur nuklearen Teilhabe. Man habe sich in der Koalition âdazu verpflichtet, dass wir die nukleare Teilhabe im Bündnis gewährleisten.â Sie sei im Koalitionsvertrag klar vereinbart worden. âWir stellen Flugzeuge, aber keine eigenen Atomwaffen im Bündnis zur Verfügungâ, erklärte die Verteidigungsministerin weiter. âEs geht um dringend notwendige Ausrüstung, nicht um Aufrüstungâ, stellte sie klar. Man dürfe das langfristige Ziel der Abrüstung nicht aus den Augen verlieren â" auch in solchen Zeiten. âFür uns als SPD* ist es wichtig, dass wir immer auch Friedensmacht sein wollenâ, so Lambrecht. (ph mit dpa und afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA
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