Ukraine-Krieg Ticker: Staatsbahn meldet Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Kramatorsk


Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, weil wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können.

10:54 Uhr | Bahn: Tote und Verletzte bei Raketenangriff in Kramatorsk

Auf den Bahnhof der ostukrainischen Stadt Kramatorsk hat es nach ukrainischen Angaben einen Raketenangriff gegeben. Eisenbahnchef Olexander Kamischyn spricht von mindestens 30 Toten und 100 Verletzten. Die Sprecherin des ukrainischen Verwaltungsgebiets Donezk, Tetjana Ihnatenko, sprach im Fernsehen von 27 Toten, darunter zwei Kinder, und mindestens 30 Verletzten. Zum Zeitpunkt des Angriffs sollen vielen Menschen am Bahnhof auf ihre Evakuierung in Richtung Westukraine gewartet haben.

Kramatorsk liegt in dem Teil des umkämpften ostukrainischen Gebiets Donezk, der von der Ukraine kontrolliert wird. Prorussische Separatisten erheben Anspruch auf das gesamte Verwaltungsgebiet.

10:29 Uhr | Russland meldet Abschuss ukrainischer Kampfhubschrauber

Russland hat nach eigenen Angaben die Angriffe auf die Ukraine in der Nacht zum Freitag verschärft. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, teilte in einem Video mit, die Luft- und Raketenstreitkräfte hätten 81 Militärobjekte in der Ukraine beschossen. Unter den getroffenen Zielen seien Kommando- und Stützpunkte der ukrainischen Armee sowie Artilleriegeschütze und Mehrfachraketenwerfer im Donbass. Weiter erklärte Konaschenkow, dass die russische Luftabwehr nahe der Ortschaft Staraja Sbrujewka "zwei ukrainische Kampfhubschrauber vom Typ Mi-8 und Mi-24 abgeschossen" hat. Zudem habe die russische Flotte ein Sammel- und Ausbildungslager "ausländischer Söldner" nahe Odessa vernichtet.

09:22 Uhr | Hilfspaket für Unternehmen geplant

Die Bundesregierung hat sich auf ein Hilfspaket für Unternehmen geeinigt, die unter den Folgen des Ukraine-Krieges leiden. Das sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner im Bundestag. Lindner betonte, er werde am Mittag mit Wirtschaftsminister Robert Habeck öffentlich machen, welche zusätzlichen Unternehmenshilfen die Bundesregierung auf den Weg bringe.

08:51 Uhr | Russische Armee leidet unter Korruption und Misswirtschaft

In Russland sind die Streitkräfte hoch angesehen. Umfragen zeigen, dass keine Institution ein höheres Vertrauen in der Bevölkerung genießt. Propaganda, Militäreinsätze wie in Syrien und auf der Krim, aber auch teure Umrüstungsprogramme und Paraden haben das Image der russischen Armee gestärkt. Doch ein Blick hinter die Fassade zeigt, dass es um die Streitmacht von Wladimir Putin gar nicht so gut bestellt ist. Nach wie vor macht das Militär auch mit Korruptionsskandalen, Misswirtschaft und technischen Problemen von sich Reden.

08:28 Uhr | Ukrainischer Botschafter attackiert Kretschmer scharf

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer scharf für dessen Russland-Kurs kritisiert. Melnyk schrieb auf Twitter, Kretschmer wolle keine Panzer an die Ukraine liefern und ein Gasembargo verhindern. Er wolle stattdessen weiter mit seinem "Kumpelchen Putin kuscheln". Weiter heißt es in dem Tweet: "Ihre unverschämte Anbiederung an diesen Kriegsverbrecher bleibt eine ewige Schande."

Kretschmer hatte am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" erklärt, Deutschland dürfe nicht zu einer Kriegspartei werden. Man leiste bereits mehr als zu jedem anderen Zeitpunkt für die Ukraine. Aber es sei "Tradition, keine Waffen in Konflikt- und Kriegsregionen zu liefern". Zugleich betonte er, es müsse wieder eine Art der Zusammenarbeit mit Russland geben. Wirtschaftliche Verflechtungen mit Russland blieben wichtig, auch wenn es ein Irrglaube sei, dass in Russland durch den Handel eine Demokratie entstehe.

07:24 Uhr | Erste Bushmaster-Panzerfahrzeuge auf Weg in Ukraine

Australien schickt 20 von der Ukraine angeforderte Bushmaster-Panzerfahrzeuge in das Krisenland. Die ersten olivgrün gestrichenen Truppentransporter wurden auf dem Militärflughafen Amberley in Queensland in Transportflugzeuge verladen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in der vergangenen Woche bei einer Ansprache an das australische Parlament konkret um eine Lieferung von Bushmastern gebeten. Australiens Premierminister Scott Morrison hatte Selenskyj die Lieferung bereits am Tag nach dessen Ansprache zugesagt, jedoch offengelassen, wann die Panzerfahrzeuge ausgeflogen werden sollten. Die Bushmaster hatte Australien unter anderem auch in Afghanistan eingesetzt. Sie sollen die Insassen vor Landminen und anderen Sprengkörpern schützen.

06:54 Uhr | Ukraine schickt Liste mit benötigten Gütern für Agrarsektor an EU

Die Ukraine hat der EU eine detaillierte Liste der benötigten Hilfe für ihren Agrarsektor geschickt. EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski sagte bei einem Treffen der EU-Agrarminister, die ukrainischen Landwirte bräuchten unter anderem "Treibstoff, Saatgut, Düngemittel, Pestizide, Tierarzneimittel und landwirtschaftliche Maschinen". "Diese Hilfe muss ihnen sehr schnell, in den nächsten Wochen, rechtzeitig für die Aussaat von Mais und Sonnenblumen gebracht werden", sagte Wojciechowski. Bei dem Treffen in Luxemburg war auch der ukrainische Landwirtschaftsminister Mykola Solsky zugeschaltet.

Hilfsorganisation warnen, dass ein Ausfall ukrainischer Lebensmittelexporte zu einer weltweiten Verschärfung des Hungers beitragen könnte. Zusammen mit Russland gehört die Ukraine zu den wichtigsten Getreidelieferanten der Welt, viele Entwicklungsländer sind davon abhängig.

06:31 Uhr | Wohl keine russischen Truppen mehr in Region Sumy

In der nordostukrainischen Region Sumy befinden sich ukrainischen Angaben zufolge keine russischen Truppen mehr. Der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, schrieb in der Nacht auf Facebook, das Territorium des Gebiets Sumy sei frei von russischen Einheiten. Sollten die Menschen Explosionen hören, so sei dies, weil Rettungskräfte und Sprengstoffexperten Munition neutralisierten, die von russischen Einheiten zurückgelassen worden sei. Schywyzkyj warnte die Menschen zugleich, dass die Region noch nicht sicher sei. Es gebe noch viele verminte und nicht auf Gefahren abgesuchte Gebiete. Man sollte nicht am Straßenrand fahren, keine Waldwege nutzen und sich keiner zerstörten Militärtechnik nähern.

04:44 Uhr | Von der Leyen mit Zug nach Kiew aufgebrochen

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist mit dem Zug von Südostpolen nach Kiew aufgebrochen. In der ukrainischen Hauptstadt will sie unter anderem den ukrainischen Präsidenten Selenskyj treffen. Die ehemalige Bundesverteidigungsministerin von der Leyen wird von einer Delegation begleitet, der auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der slowakische Ministerpräsident Eduard Heger und mehrere EU-Parlamentarier angehören.

03:18 Uhr | Finnlands Präsident rechnet mit baldigem Nato-Antrag seines Landes

In Finnland rechnet Präsident Sauli Niinistö mit einer parlamentarischen Mehrheit für einen baldigen Antrag seines Landes auf Nato-Mitgliedschaft. Wie die "Süddeutsche Zeitung" nach einem Gespräch mit Niinistö in Helsinki berichtet, rechnet der finnische Präsident im Falle eines Antrags auch mit einer zügigen Entscheidung seitens der Nato.

Präsident Niinistö empfängt heute Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Beide werden unter anderem an einer Videokonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teilnehmen.

01:44 Uhr | Biden begrüßt Suspendierung Russlands aus UN-Menschenrechtsrat

Der amerikanische Präsident Joe Biden hat die Abstimmung der Vereinten Nationen über die Suspendierung Russlands aus dem Menschenrechtsrat der Organisation als "einen bedeutenden Schritt der internationalen Gemeinschaft" bezeichnet. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, "wie der Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin Russland zu einem internationalen Paria gemacht hat."

00:46 Uhr | Selenskyj fordert härtere Sanktionen gegen Moskau und Waffen

Kurz nach Bekanntwerden des fünften großen EU-Sanktionspakets gegen Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schärfere Strafmaßnahmen gefordert. Die nun verhängten Sanktionen reichten noch nicht aus, um Russland aufzuhalten und den Krieg zu beenden, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

"Es braucht mehr Sanktionen. Es braucht härtere Sanktionen", so Selenskyj. Gleichzeitig fordert er Waffen für sein Land, "mit denen wir auf dem Schlachtfeld gewinnen können". Das werde die stärkste Sanktion gegen Russland sein.

00:18 Uhr | EU-Parlamentspräsidentin: Es sind Kriegsverbrechen, die wir sehen

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hat Russland Kriegsverbrechen in der Ukraine vorgeworfen. In einem Interview mit CNN sagte sie: "Es sind Kriegsverbrechen, die wir sehen". Metsola war vor Kurzem in Kiew und hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj persönlich getroffen. "Wir müssen Putin und den Kreml isolieren", sagte sie weiter. Man müsse vermeiden, dass man wegschaue und man müsse zeigen, dass man keine Angst vor Russland habe. 

23:15 Uhr | Selenskyj: Lage in Borodjanka "deutlich schrecklicher" als in Butscha

Aus Sicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Lage in dem Ort Borodjanka "deutlich schrecklicher" als in der nahegelegenen Stadt Butscha. In Borodjanka gebe es "noch mehr Opfer" russischer Einheiten. Einzelheiten nannte er nicht. In Butscha sollen russische Soldaten nach Darstellung der Regierung in Kiew und des Westens Kriegsverbrechen begangen haben. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

00:00 Uhr | Ticker am Freitag, 8. April 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

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