Ukraine-Krieg im Ticker: Brände nach Luftangriff auf Odessa


Der Kriegsverlauf in der Ukraine im Ticker: Nach heftigen Explosionen in Odessa: Brände „in einigen Gebieten"

Vor über einem Monat hat der russische Angriffskrieg in der Ukraine begonnen. Bei einem Gefangenenaustausch sind 86 ukrainische Soldatinnen und Soldaten freigelassen worden. Unterdessen brennt ein Öldepot im russischen Belgorod. Russland und die Ukraine geben sich gegenseitig die Verantwortung dafür. Alle Neuigkeiten zum Angriff auf die Ukraine finden Sie im Ticker.

Das Wichtigste zum Krieg in der Ukraine 06.24 Uhr: Odessa unter Beschuss: Mehrere Explosionen in Hafenstadt 04.50 Uhr: Selenskyj: Ukrainische Streitkräfte im Osten werden verstärkt 19.58 Uhr: Ukrainisches Verteidigungsministerium: „Gesamte Region Kiew befreit" Kiews Präsidentenberater: Ukrainische Truppen entdecken dutzende tote Zivilisten in Butscha

09.47 Uhr: Ukrainische Truppen haben in der zurückeroberten Stadt Butscha nordwestlich von Kiew Dutzende tote Zivilisten entdeckt. Viele von ihnen seien von russischen Soldaten erschossen worden, twitterte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Samstagabend. „Sie waren nicht beim Militär, sie hatten keine Waffen, sie stellten keine Bedrohung dar", schrieb er. „Wie viele derartige Fälle ereignen sich gerade in den besetzten Gebieten?"

Auf einem Foto, das Podoljak in seinem Tweet teilte, waren erschossene Männer zu sehen, bei einem von ihnen waren die Hände auf dem Rücken gefesselt. Die Echtheit des Bildes konnte nicht unabhängig geprüft werden. Auch weitere Berichte ukrainischer Medien über vermeintliche Gräueltaten russischer Soldaten konnten nicht unabhängig überprüft oder bestätigt waren. Die Behörden beerdigten unterdessen rund 280 Zivilisten in Butscha in einem Massengrab. Die Leichen konnten während der russischen Besatzungszeit nicht beigesetzt werden, verlautete nach Angaben der „Ukrajinksa Prawda" aus der Verwaltung.

Stadtrat: Brände nach Luftangriff auf Odessa

08.51 Uhr: Auf die ukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer hat es am Sonntagmorgen nach Behördenangaben einen Luftangriff gegeben. Wie der Stadtrat im Nachrichtenkanal Telegram mitteilte, entstanden in „einigen Gebieten" Brände. Ukrainische Medien veröffentlichten Fotos, auf denen Rauch über Odessa zu sehen war. Eine Erdölraffinerie wurde getroffen. Es soll demnach keine Verletzten gegeben haben. Dem Stadtrat zufolge wurden „einige Raketen" von der Luftabwehr abgefangen. Diese Angaben ließen sich nicht überprüfen. Am Morgen wurde Luftalarm ausgelöst. Unklar war zunächst, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um Raketen handelte.

  Odessa unter Beschuss: Mehrere Explosionen in Hafenstadt

06.24 Uhr: Die strategisch wichtige Hafenstadt Odessa steht immer mehr unter Beschuss. Nachdem im ersten Kriegsmonat kein Angriff erfolgt war, waren in den letzten zwei Wochen vermehrt Kriegsschiffe der Russen auf Odessa zugefahren. Am frühen Sonntagmorgen soll es nun eine Reihe von Explosionen gegeben haben, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichten. Demnach habe es gegen 6 Uhr Ortszeit Einschläge gegeben, drei große Rauchsäulen seien zu sehen. Ob es zivile Opfer gibt, war zunächst noch unklar.

Es war nicht sofort klar, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um andere Raketen handelte. „Odessa wurde aus der Luft angegriffen", erklärte der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko. „In einigen Gebieten wurden Brände gemeldet. Ein Teil der Raketen wurde von der Luftabwehr abgeschossen. Es wird empfohlen, die Fenster zu schließen".

Selenskyj: Ukrainische Streitkräfte im Osten werden verstärkt

Sonntag, 03. April, 04.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet nun heftige russische Angriffe im Osten und Süden. „Was ist das Ziel der russischen Armee? Sie wollen sowohl den Donbass als auch den Süden der Ukraine erobern", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft in der Nacht zum Sonntag. „Und was ist unser Ziel? Wir wollen uns, unsere Freiheit, unser Land und unsere Menschen schützen." Um den russischen Plänen entgegenzuwirken, werde die Abwehr der ukrainischen Streitkräfte in östlicher Richtung verstärkt. „Und das wohl wissend, dass der Feind Reserven hat, um den Druck zu verstärken."

Mehr als 640 Sprengsätze an einem Tag in Irpin entschärft

22.34 Uhr: In der befreiten Stadt Irpin bei Kiew sind innerhalb eines Tages mehr als 640 Sprengsätze entschärft worden. Das ukrainische Militär hatte die Stadt am 28. März von den russischen Streitkräften zurückerobert. Nach Angaben des Bürgermeisters Oleksandr Markushyn werden die Einwohner jedoch einen Monat lang nicht in die Stadt zurückkehren können. Das Militär werde die Stadt erst von den von den Russen hinterlassenen Sprengsätzen säubern.

Ukrainisches Verteidigungsministerium: „Gesamte Region Kiew befreit"

19.58 Uhr: Die ukrainische Armee hat nach Regierungsangaben die Region um die Hauptstadt Kiew wieder vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. „Irpin, Butscha, Hostomel und die gesamte Region Kiew wurden von den Invasoren befreit", schrieb Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar am Samstag auf Facebook. Die Kiewer Vororte waren bei den wochenlangen Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und den russischen Truppen schwer beschädigt worden.

Tausende Menschen aus umkämpften Städten im Süden evakuiert

19.46 Uhr: Tausenden Menschen in der Ukraine ist am Samstag nach Angaben der Regierung in Kiew die Flucht aus umkämpften Städten gelungen. 765 Zivilisten hätten mit eigenen Fahrzeugen die Hafenstadt Mariupol im Südosten des Landes verlassen, teilte Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk im Nachrichtenkanal Telegram mit. Fast 500 Zivilisten seien aus der Stadt Berdjansk geflohen. Ziel der Menschen aus beiden Städten sei Saporischschja. Zudem seien in Berdjansk zehn Busse gestartet. Am Sonntag solle die Evakuierung dort fortgesetzt werden, sagte Wereschtschuk.

Auch aus Städten wie Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet im Osten des Landes seien Menschen am Samstag gerettet worden. „Wir arbeiten weiter", schrieb die Vize-Regierungschefin. Russland hatte seinen Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen.

Rathaus: Fast 300 Tote nach russischem Rückzug aus Butscha in Massengräbern beerdigt

19.15 Uhr: Nach dem Rückzug der russischen Armee aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort nach Behördenangaben fast 300 Menschen in Massengräbern beerdigt worden. Die Straßen der durch die Kämpfe stark zerstörten Kleinstadt seien mit Leichen übersät, sagte Bürgermeister Anatoly Fedoruk am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. 280 Menschen mussten nach seinen Angaben bereits in Massengräbern beigesetzt werden, da die Kapazitäten der drei städtischen Friedhöfe nicht ausreichten.

Moskau: Russische Armee greift Militärflugplatz in Ukraine an

18.53 Uhr: Das russische Militär hat nach eigener Darstellung in der Ukraine einen Militärflugplatz in dem Gebiet Poltawa angegriffen. Dabei seien Kampfhubschrauber und Flugzeuge zerstört worden, teilte das russische Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Außerdem seien in der zentral gelegenen Region Depots für Treibstoff und Waffen getroffen worden.

In der Nähe der Bahnhöfe in Losowa und Pawlohrad seien zudem gepanzerte Fahrzeuge, Munition und Treibstofftanks zerstört worden. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Bereits am Donnerstag soll eine russische Iskander-Rakete einen Militärstützpunkt in der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine getroffen haben. Dabei seien mehr als 100 „Nationalisten und Söldner aus westlichen Ländern" getötet worden, hieß es im Lagebericht am Abend. Bei Kämpfen in der selbst ernannte Volksrepublik Luhansk seien zudem etwa 30"ukrainische Nationalisten" getötet worden. Wann es dazu kam, teilte das Verteidigungsministerium zunächst nicht mit.

Gouverneur: Russische Streitkräfte beschießen Krankenhaus in der Oblast Charkiw

18.32 Uhr: Nach Angaben des Gouverneurs Oleh Synehubov hat Russland ein Krankenhaus im besetzten Balaklija in der Oblast Charkiw beschossen. Das schrieb Synehubov in einem Facebook-Post. Weiter schrieb er, die Bombardierung sei ein Versuch der russischen Besatzer, die Streitkräfte der Ukraine des Angriffs auf Zivilisten zu beschuldigen.

Nach Angaben des Gouverneurs wurde das Gebäude teilweise zerstört. Etwa 70 Krankenhausmitarbeiter und Patienten müssten sofort evakuiert werden. Der Informationen können derzeit nicht unabhängig geprüft werden.

Mindestens 20 Leichen nach Rückzug russischer Truppen in Kiewer Vorort entdeckt

17.41 Uhr: Nach dem Rückzug der russischen Truppen aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort mindestens 20 Leichen entdeckt worden. Die Todesopfer, die zivile Kleidung trugen, wurden in einer einzigen Straße gefunden, wie ein AFP-Journalist am Samstag berichtete. Einem der Männer waren die Hände gefesselt. Eine andere Leiche wies offenbar eine große Kopfwunde auf.

Die leblosen Körper der Männer lagen über mehrere hundert Meter verstreut auf einer Straße in einem Wohngebiet in dem nordwestlich der Hauptstadt gelegenen Vorort. Zwei Leichen lagen neben Fahrrädern, eine andere neben einem verlassenen Auto.

Die russischen Truppen hatten sich in den vergangenen Tagen aus mehreren Städten in der Nähe von Kiew zurückgezogen, nachdem ihr Versuch, die Hauptstadt einzukesseln, gescheitert war. Die Ukraine erklärte, Butscha sei „befreit" worden. Die Kleinstadt wurde durch die russischen Angriffe verwüstet. Wohnhäuser wurden durch Granatenbeschuss beschädigt und auf den Straßen waren zerstörte Autos zu sehen, wie AFP-Journalisten berichteten.

  Gouverneur von Luhansk: Russische Soldaten beschießen Zivilisten bei Evakuierungen

16.34 Uhr: Am Samstag sind 2700 Zivilisten aus der Region Luhansk evakuiert worden, wie der Leiter der Militärverwaltung der Region mitteilte. Allerdings hätten russische Streitkräfte Menschen beschossen, während sie evakuiert wurden. Es sei „unmöglich", mit ihnen zu verhandeln, sagte Serhiy Haidai, Gouverneur von Luhansk, laut „CNN". „Die Russen schlagen während der Evakuierungen absichtlich zu. In der Nähe der Treffpunkte schlugen Granaten ein. Glücklicherweise sind alle am Leben."

Laut Haidai wurden mehrere Tonnen Hilfsgüter an die zurückgebliebenen Menschen geliefert. Die Polizei habe bereits damit begonnen, diese in die Luftschutzbunker zu bringen.

Bahnverkehr bei Dnipropetrowsk nach russischen Angriffen unterbrochen

15.13 Uhr: Nach russischen Angriffen in der Region Dnipropetrowsk ist laut dem regionalen Militärgouverneur den Bahnverkehr unterbrochen worden.

Valentyn Reznichenko sagte: „Eine Rakete hat die Bahnlinie getroffen", sagte er. „Gleise und elektrische Leitungen sind schwer beschädigt. Zugwaggons sind explodiert. Der Zugverkehr ist eingestellt. Rettungskräfte sind dabei, das Feuer zu löschen."

Reznichenko fügte hinzu, vorläufigen Informationen zufolge sei niemand getötet worden, aber eine zweite Rakete habe einen offenen Bereich getroffen und ein Feuer verursacht. Eine Person sei verletzt worden, sagte er.

Ukrainischer Geheimdienst: Russlands Militär eröffnet in Belarus Markt für geplünderte Gegenstände

12.58 Uhr: Dieser Bericht klingt unglaublich: Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes haben die russischen Invasoren in einer Stadt in Belarus einen Markt eröffnet, auf dem ukrainische Gegenstände verkauft werden. Dort soll von Haushaltsgeräten über Spielzeug bis hin zu Kosmetikartikeln alles erhältlich sein, was die russischen Truppen während des mehr als einen Monat andauernden Angriffskriegs geplündert haben. Auch Juwelen, Motorräder und und Teppiche sollen dabei sein. Der Markt soll sich in der Stadt Naroulja befinden, die in der Nähe der ukrainischen Grenze liegt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

 

Ukraines Chef-Unterhändler: Russen werden sich im Süden und Osten „eingraben"

12.00 Uhr: Der Chefunterhändler der Ukraine, Mykaihlo Podolyak, geht nicht davon aus, dass sich der Krieg in der Ukraine lange ziehen werde. Auf Twitter postete er am Samstagmorgen, dass es keine „Afghanisierung" in der Ukraine geben werde. Die Taliban hatten im August 2021 nach einem jahrzehntelangen Krieg die Macht im Land übernommen. „Die russischen Streitkräfte werden alle Gebiete mit Ausnahme des Südens und des Ostens verlassen und versuchen, sich dort einzugraben, eine Luftabwehr aufzubauen, die Verluste drastisch zu reduzieren und die Bedingungen zu diktieren", prognostiziert Podolyak. Er beendet sein Statement mit einer Forderung an den Westen: „Ohne schwere Waffen werden wir nicht in der Lage sein, die russischen Truppen zu vertreiben."

 

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