VonYasina Hipp
schließen
Die humanitäre Lage im fast ganz zerstörten Mariupol ist prekär. Im ganzen Land tobt der Ukraine-Krieg weiter. Der News-Ticker.
Update vom 27. März, 10.45 Uhr: Die russischen Streitkräfte scheinen sich nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums darauf zu konzentrieren, ukrainische Truppen einzukesseln, die den separatistischen Regionen im Osten des Landes direkt gegenüberstehen. Sie rücken aus Richtung Charkiw im Norden und Mariupol im Süden vor, wie das Ministerium am Sonntag auf Grundlage von Geheimdienstinformationen berichtete.
Auch nach Einschätzung der ukrainischen Regierung habe Russland sein Ziel aufgegeben, landesweit Großstädte wie Kiew einzunehmen, so der Präsidentenberater Alexej Arestovitsch laut RBC Ukraine. Er sprach von einer vermuteten Verlagerung der Truppen aus den Großstädten in den Osten, Richtung Donbas.
„Das Schlachtfeld in der Nordukraine bleibt weitgehend statisch", hieß es vom britischen Verteidigungsministerium. Grund dafür sollen lokale ukrainische Gegenangriffe sein, die die Versuche Russlands behindern, ihre Streitkräfte neu zu organisieren. Der britische Geheimdienst hatte zuvor Einschätzungen über die Munition Russlands abgegeben (siehe Update vom 27. März, 9.00 Uhr).
Ukraine-Krieg: Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine nach Polen nimmt weiter zuDie Anzahl an Flüchtlingen aus der Ukraine steigt angesichts der angespannten Lage stetig. Allein am Samstag seien laut Angaben des polnischen Grenzschutzes rund 31.100 Menschen über die Grenze nach Polen gekommen. Dies sei ein Anstieg um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vortag. Seit Beginn des Angriffs der Ukraine durch Russland sind bereits 2,3 Flüchtende in Polen angekommen.
Update vom 27. März, 9.35 Uhr: Die ukrainische Hafenstadt Mariupol ist auch an Tag 31 des Krieges stark umkämpft. Die humanitäre Lage ist prekär. Doch die Verteidiger der ukrainischen Hafenstadt Mariupol bieten den russischen Angreifern nach den Worten von Bürgermeister Wadym Bojtschenko „heroischen Widerstand". Er bezeichnete die Angriffe auf Mariupol als Völkermord. Der Überblick zur letzten Nacht im Ukraine-Krieg.
Der Bürgermeister von Mariupol hat die heftigen Angriffe auf die umkämpfte Hafenstadt als Völkermord bezeichnet.
© Maximilian Clarke/dpa
Auch in den östlichen Regionen Donezk und Luhansk sollen ukrainische Streitkräfte laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte Angriffe zurückgeschlagen und russische Panzer zerstört haben. Diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.
Ukraine-Krieg: Britischer Geheimdienst mit Aussage zu Munition von Putins TruppenUpdate vom 27. März, 9.00 Uhr: In der Nacht auf Sonntag soll laut ukrainischen Angaben der nukleare Forschungsreaktor „Neutronenquelle" in Charkiw erneut unter Beschuss geraten sein (siehe Update vom 27. März, 7.46 Uhr). Dabei setzt Russland laut britischen Angaben weiterhin auf sogenannte Abstandsmunition, die aus dem russischen Luftraum abgefeuert werde, um die eigenen Flugzeuge nicht der ukrainischen Luftabwehr auszusetzen. Das geht aus einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen hervor. Seit Wochen veröffentlicht die britische Regierung tägliche Einschätzungen zum Verlauf des Angriffskrieges.
Diese russischen Waffen versagten laut US-Berichten allerdings in bis zu 60 Prozent der Fälle, was die Nachschubprobleme bei Waffen auf russischer Seite noch verstärken werde, hieß es weiter. Dies werde dazu führen, dass die Russen entweder auf weniger hoch entwickelte Raketen zurückgreifen oder ihre Flugzeuge höheren Risiken aussetzen müssten.
Ukraine-Krieg: Nuklearer Forschungsreaktor soll erneut unter Beschuss seinUpdate vom 27. März, 7.46 Uhr: Der nukleare Forschungsreaktor „Neutronenquelle" in der ostukrainischen Stadt Charkiw ist nach ukrainischen Medienberichten erneut unter Artilleriebeschuss geraten. Nach Angaben der staatlichen Atomaufsicht sei der Reaktor am Samstag beschossen worden, wie die Ukrajinska Prawda berichtete. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.
„Eine Überprüfung des Ausmaßes der Schäden ist wegen der ununterbrochenen Kampfhandlungen in der Umgebung der nuklearen Anlage unmöglich", hieß es. Die Anlage war bereits vor knapp zwei Wochen bei einer Bombardierung beschädigt und von der Energieversorgung abgeschnitten worden. Allerdings war der Reaktor schon zu Kriegsbeginn in einen sogenannten unterkritischen Zustand heruntergefahren worden.
Nachrichtenagentur-Aufnahme vom 26. März: Ein ukrainischer Soldat auf einem russischen Mannschaftstransportwagen.
© Efrem Lukatsky/AP/dpa
Ukraine-Krieg-News: Russische Raketen treffen Treibstofflager in DubnoUpdate vom 26. März, 22.43 Uhr: Offenbar ist ein Treibstofflager in der westukrainischen Stadt Dubno von russischen Truppen unter Beschuss genommen worden, so berichtet der regionale Militärchef, Vitali Kowalj, bei Telegram. Die erste der beiden russischen Angriffsraketen sei noch abgefangen worden sein, „die zweite hat leider das Treibstofflager getroffen." Der konkrete Schaden werde derzeit noch ausgewertet, so Kowalj. Dubno liegt rund 160 Kilometer nordöstlich von der am Mittag getroffenen Stadt Lwiw.
Ukraine-News: Fünf Verletzte bei russischen Angriff auf LwiwErstmeldung: Lwiw - Die Meldungen aus dem Ukraine-Krieg reißen nicht ab. Am Samstagmittag meldeten zunächst amerikanische Journalisten Sirenen, Explosionen und aufsteigender Rauch aus der westukrainischen Stadt Lwiw. Wenig später bestätigten der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Maxym Kosytsky, und der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, auf dem Messengerdienst Telegram den russischen Luftangriff.
Am Abend gaben die beiden bei einer Pressekonferenz weitere Details zu den russischen Attacken am Mittag bekannt. Laut Kosytsky wurden zwei Standorte getroffen, so berichtet CNN: ein Treibstofflager und eine der militärischen Infrastrukturen. Beide Standorte wurden zweimal getroffen und befinden sich zudem in Wohnvierteln. Bürgermeister Sadowyj bezeichnet die Angriffe als „gezielt", die „Zerstörung sei ernst". Durch die Erschütterung der Explosionen und Einschläge der russischen Raketen sei auch „ein Kindergarten und eine Schule beschädigt, und glücklicherweise gibt es keine Verletzten", so Sadowyj.
Explosionen und Rauch nach Angriffen auf die westukrainische Stadt Lwiw.
© Aleksey Filippov/AFP
Ukraine-Krieg: Angriff auf Lwiw als „ernste Bedrohung"Außerdem sieht der Bürgermeister von Lwiw auch eine Verbindung zu dem Polen-Besuch von US-Präsident Joe Biden. Er meint: „Ich glaube, dass der Angreifer auf diese Weise Präsident Biden begrüßt, der sich gerade in Polen aufhält, und wir wissen, dass Lwiw nur 70 Kilometer von Polen entfernt ist, also muss die ganze Welt verstehen, dass die Bedrohung ernst ist."
Das westukrainische Lwiw wird zum Ziel russischer Angriffe im Ukraine-Krieg.
© picture alliance/dpa/AP/Nariman El-Mofty
Das westukrainische Lwiw war bislang ein Zufluchtsort für viele hundert Tausend geflüchtete Menschen* aus der restlichen Ukraine. Auf ihrem Weg in Richtung Westen galt Lwiw als eine Art Drehkreuz. Schon früh bat Bürgermeister Sadowyj internationale Hilfsorganisation bei der Versorgung und Unterbringung der Kriegsflüchtlinge um Unterstützung. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA
Rubriklistenbild: © Maximilian Clarke/dpa
0 Comments