Ukraine-Krieg im Liveticker: +++ 11:45 EU will Kiew bei Untersuchung russischer "Gräueltaten" helfen


03.04.2022

Die EU will nach Angaben von Ratspräsident Charles Michel die Untersuchung von "Gräueltaten" der russischen Armee in Vororten von Kiew unterstützen. Michel zeigt sich im Onlinedienst Twitter "erschüttert" über Bilder aus dem ukrainischen Ort Butscha und spricht von einem "Massaker". Die EU werde bei der "Sammlung der notwendigen Beweise für die Verfolgung vor internationalen Gerichten" helfen, kündigt er an.

Mehr dazu in Kürze.

+++ 11:34 Jäger zu Präsidenten-Treffen: Weigerung Putins "ist nicht weiter überraschend" +++Nach dem Hoffnungsschimmer in der Nacht, Putin würde sich auf ein Gespräch mit Selenskyj einlassen, heißt es nun aus Russland, die Friedensgespräche seien noch nicht so weit. Politikwissenschaftler Thomas Jäger erläutert im Gespräch mit ntv, weshalb Putin eher eine Lösung im Krieg erzielen will.

+++ 11:12 Klitschko wirft russischen Truppen Völkermord vor +++Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Vitali Klitschko, wirft den russischen Truppen Kriegsverbrechen vor. "Das, was in Butscha und anderen Vororten von Kiew passiert ist, kann man nur als Völkermord bezeichnen", sagt er der "Bild"-Zeitung. "Es sind grausame Kriegsverbrechen, die Putin dort zu verantworten hat." Ukrainische Truppen hatten in der zurückeroberten Stadt Butscha nordwestlich von Kiew Dutzende tote Zivilisten entdeckt. Viele von ihnen seien von russischen Soldaten erschossen worden, twitterte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Samstagabend. Klitschko fordert zudem, dass ein Gas- und Ölembargo sofort kommen müsse. "Für die ganze Welt und insbesondere Deutschland kann es nur eine Konsequenz geben: Kein Cent darf mehr nach Russland gehen, das ist blutiges Geld, mit dem Menschen abgeschlachtet werden."

+++ 10:40 Griechischer Außenminister will Hilfslieferung nach Odessa begleiten +++Griechenlands Außenminister Nikos Dendias will noch am heutigen Sonntag eine Lieferung von Hilfsgütern nach Odessa begleiten, wie sein Ministerium in Athen mitteilt. Griechenland wolle zudem sein Konsulat in der Hafenstadt wiedereröffnen.

+++ 10:14 Russland meldet zerstörtes Treibstoff-Lager in Odessa +++Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, Treibstoff-Lager bei der Hafenstadt Odessa seien mit Raketenangriffen zerstört worden. Der Treibstoff diene der Versorgung ukrainischer Truppen im Gebiet der Stadt Mykolaiw. Nach Angaben der Stadtverwaltung in Odessa wurde ein wichtiger Teil der "Infrastruktur" getroffen. "Wir hoffen, dass es keine Todesfälle gibt", sagt Stadt-Sprecher Sergej Bratschuk.

+++ 09:52 Studie: Deutschland nicht nur bei Gas auf Russland angewiesen +++Einer Studie zufolge ist Russland für Deutschland nicht nur wesentlicher Gas-Exporteur, sondern liefert auch wichtige Rohstoffe für die Industrie. Deutschland und der Weltmarkt sind vor allem bei Nickel, Palladium und Chrom abhängig von russischen Exporten, wie aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Dies seien Rohstoffe, die zum Teil schwierig zu ersetzen seien. "Daher sind neue Handelsbeziehungen zu alternativen Exportnationen für diese Rohstoffe essenziell", erklärt das arbeitgebernahe Institut aus Köln.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 09:39 Neuer Anlauf für Evakuierungen aus Mariupol +++Das Rote Kreuz unternimmt nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Regierungschefin Iryna Wereschtschuk einen neuen Versuch zur Evakuierung von Einwohnern aus Mariupol. "Mit sieben Bussen versucht man, näher an Mariupol heranzukommen", erklärt sie in einer Video-Botschaft. Die Busse würden vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) begleitet. 17 Busse würden für Evakuierungen aus Mariupol und Berdyansk vorbereitet.

+++ 09:22 Russische Partei will Umsetzung der Sanktionen bestrafen +++Die Mehrheitspartei im russischen Parlament, Einiges Russland, will die Umsetzung westlicher Sanktionen unter Strafe stellen. Ihr Abgeordneter Andrei Klischas kündigt via Kurznachrichtendienst Telegram an, ein entsprechender Gesetzentwurf solle am Montag in die Duma eingebracht werden. Er lässt offen, wer als Beschuldigter gelten soll und welche Strafen drohen.

+++ 09:01 Stadtrat: Brände nach Luftangriff auf Odessa +++Nach dem Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer hat sich der Stadtrat geäußert. Auf dem Nachrichtenkanal Telegram teilt er mit, dass in "einigen Gebieten" Brände entstanden seien. Ukrainische Medien veröffentlichten Fotos, auf denen Rauch über Odessa zu sehen war. Es soll demnach keine Verletzten gegeben haben. Dem Stadtrat zufolge wurden "einige Raketen" von der Luftabwehr abgefangen. Diese Angaben ließen sich nicht überprüfen. Am Morgen wurde Luftalarm ausgelöst. Unklar ist, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um Raketen handelte.

+++ 08:39 Russland: Treffen zwischen Putin und Selenskyj noch nicht möglich +++Die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland haben aus russischer Sicht noch keinen Stand erreicht, der ein direktes Treffen der Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin ermöglichen. Das teilt der russische Chef-Unterhändler Wladimir Medinski via Kurznachrichtendienst Telegram mit. "Ich wiederhole es wieder und wieder: Russlands Haltung zur Krim und zum Donbass bleiben UNVERÄNDERT", schreibt Medinski.

+++ 08:03 Britischer Geheimdienst warnt vor Seeminen im Schwarzen Meer +++Der britische Geheimdienst berichtet, ein Angriff russischer Truppen über See sei unwahrscheinlich. Die russischen Seestreitkräfte würden sich bei einer Landung einem hohem Risiko aussetzen, da die ukrainische Armee genügend Zeit zur Vorbereitung gehabt habe. Der Geheimdienst warnt vor Minen im Schwarze Meer und im Asowschen Meer. Diese seien wahrscheinlich russischen Ursprungs.

+++ 07:37 Özdemir warnt Ungarn vor Schließung der Märkte +++Landwirtschaftsminister Cem Özdemir warnt Ungarn vor Protektionismus als Reaktion auf den Ukraine-Krieg. "Ich rate allen Staaten, hier vernünftig zu agieren. Ich sage das auch an die Adresse des EU-Mitglieds Ungarn", sagt der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wer seine Märkte schließt, handelt wie ein Brandbeschleuniger. Wenn das alle machen, fahren wir gegen die Wand. Dann schießen die Preise durch die Decke." Die Stärke der westlichen Reaktion auf den Ukraine-Krieg sei ihre Einigkeit gewesen, fügt Özdemir hinzu. "Dabei muss es bleiben."

+++ 07:12 Explosionen erschüttern Hafenstadt Odessa +++Aus der strategisch wichtigen ukrainischen Küstenstadt Odessa sind mehrere Explosionen gemeldet worden. Die Detonationen in der Stadt am Schwarzen Meer im Südwesten des Landes waren am frühen Morgen zu hören, berichtet ein AFP-Reporter. Zudem sind mindestens drei schwarze Rauchsäulen und Flammen vermutlich über einem Industriegebiet zu sehen. Die Metropole ist der größte Hafen der Ukraine und zentral für die Wirtschaft des gesamten Landes. Es ist bislang unklar, ob es sich um Beschuss durch russische Kampfflugzeuge oder um andere Raketen handelte. "Odessa wurde aus der Luft angegriffen", erklärt der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko. "In einigen Gebieten wurden Brände gemeldet. Ein Teil der Raketen wurde von der Luftabwehr abgeschossen. Es wird empfohlen, die Fenster zu schließen." Auch ein Reuters-Augenzeuge meldet mehrere Explosionen in Odsessa.

caf76e29170b77c3b80d6a3d551ddb1d.jpg

caf76e29170b77c3b80d6a3d551ddb1d.jpg

Die Menschen in der ukrainischen Hafenstadt Odessa wurden von Explosionen geweckt.

(Foto: IMAGO/Agencia EFE)

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 07:05 Selenskyj erwartet Angriffe im Donbass und im Süden +++Nach dem Abzug russischer Truppen aus der Umgebung der ukrainischen Hauptstadt Kiew rechnet Präsident Wolodymyr Selenskyj nunmehr mit russischen Angriffen im Donbass und im Süden des Landes. "Was ist das Ziel der russischen Armee? Sie wollen sowohl den Donbass als auch den Süden der Ukraine erobern", sagt Selenskyj in einer Videobotschaft in der Nacht. "Und was ist unser Ziel? Wir wollen uns, unsere Freiheit, unser Land und unsere Menschen schützen." Um den russischen Plänen entgegenzuwirken, werde die Abwehr der ukrainischen Streitkräfte in östlicher Richtung verstärkt. "Und das wohl wissend, dass der Feind Reserven hat, um den Druck zu verstärken." Zugleich verfolgten ukrainische Einheiten die nördlich von Kiew und bei Tschernihiw zurückweichenden russischen Truppen, sagt Selenskyj. Auch sorge der Kampf um die "heroische" Hafenstadt Mariupol dafür, dass große russische Verb ände gebunden seien.

+++ 06:36 Selenskyj-Berater: Viele tote Zivilisten in Butscha +++Ukrainische Truppen haben in der zurückeroberten Stadt Butscha nordwestlich von Kiew Dutzende tote Zivilisten entdeckt. Viele von ihnen seien von russischen Soldaten erschossen worden, twitterte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am Samstagabend. "Sie waren nicht beim Militär, sie hatten keine Waffen, sie stellten keine Bedrohung dar", schrieb er. "Wie viele derartige Fälle ereignen sich gerade in den besetzten Gebieten?" Auf einem Foto, das Podoljak in seinem Tweet teilte, waren erschossene Männer zu sehen, bei einem von ihnen waren die Hände auf dem Rücken gefesselt. Die Echtheit des Bildes konnte nicht unabhängig geprüft werden.

+++ 06:13 Polens Vize-Regierungschef wirft Deutschland "starken Hang nach Moskau" vor +++Die polnische Regierung kritisiert die Politik der Bundesregierung in Bezug auf den Ukraine-Krieg. Deutschland und Frankreich hätten "einen starken Hang nach Moskau", sagt Jaroslaw Kaczynski, Polens Vize-Regierungschef und Chef der nationalkonservativen Partei PiS, in der "Welt am Sonntag". Die Bundesregierung habe jahrelang nicht sehen wollen, was Russland unter Präsident Wladimir Putin macht. "Das ist schlecht ausgegangen, wie wir jetzt sehen", sagt Kaczynski. "Es war aber nicht schwer vorauszusehen, dass es so kommen würde. Aber Deutschland wollte es immer besser wissen." Der nationalkonservative Politiker fordert einen grundsätzlichen Kurswechsel der deutschen Politik in Europa. "Polen ist nicht zufrieden mit der deutschen Rolle in Europa. Sie sollte konstruktiver sein." In den vergangenen Jahrzehnten habe Deutschland eine Dominanz in Europa angestrebt, "aber im Schulterschluss mit Russland". Deutschland habe aber "keinerlei moralische Grundlage, Europa zu dominieren", sagt Kaczynski.

+++ 05:33 Bund will Tarnkappenbomber möglichst schnell beschaffen +++Die Bundesregierung drückt bei der Beschaffung der 35 Tarnkappenbomber vom Typ F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin aufs Tempo. "Die Entscheidung über die Tornado-Nachfolge ist viel zu lange aufgeschoben worden", sagt Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht der "Bild am Sonntag". Nach Informationen der Zeitung hat das Bundesverteidigungsministerium den USA vor zweieinhalb Wochen eine offizielle Angebotsaufforderung geschickt. Darin stellt die deutsche Seite klare Bedingungen zum Zeitplan: Die Ausbildung der Luftwaffen-Piloten auf den F-35-Jets soll 2025 in den USA starten, ab 2027 sollen die Flieger in Deutschland im Einsatz sein. "Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt, wie wichtig eine wirkungsvolle Abschreckung ist."

+++ 04:44 OECD rechnet mit Rückgang des Wirtschaftswachstums um bis zu 1,5 Prozent +++Der russische Angriffskrieg in der Ukraine könnte nach Einschätzung der OECD zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums in Europa um ein bis anderthalb Prozentpunkte führen. Die Inflation könnte je nach Dauer des Krieges "um zwei bis zweieinhalb Prozentpunkte" steigen, sagt die Chefvolkswirtin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Laurence Boone, der französischen Zeitung "Journal du Dimanche".

+++ 04:05 Lindner rechnet mit Wohlstandsverlust in Deutschland +++Bundesfinanzminister Christian Lindner rechnet in Folge des Ukraine-Kriegs mit einem Wohlstandsverlust in Deutschland. "Ich habe ernsthafte Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung. Das Wachstum geht zurück, die Preise steigen", sagt Lindner der Zeitung "Bild am Sonntag". "Der Ukraine-Krieg macht uns alle ärmer, zum Beispiel weil wir mehr für importierte Energie zahlen müssen. Diesen Wohlstandsverlust kann auch der Staat nicht auffangen." Die Regierung werde aber die größten Schocks abfedern.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 03:44 Großbritannien könnte laut Minister sieben Kernkraftwerke bauen +++Großbritannien könnte einem Zeitungsbericht zufolge bis zu sieben neue Kernkraftwerke bauen. "Es gibt eine Welt, in der wir bis 2050 sechs oder sieben Standorte in Großbritannien haben", sagt der britische Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng der Zeitung "The Sunday Telegraph". Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine will Großbritannien die einheimische Energieversorgung radikal ausbauen.

+++ 03:24 Polen wäre offen für Lager von US-Atomwaffen +++Polens Vize-Regierungschef Jaroslaw Kaczynski ist offen für eine Stationierung amerikanischer Atomwaffen in seinem Land. "Wenn die Amerikaner uns bitten würden, US-Atomwaffen in Polen einzulagern, so wären wir dafür aufgeschlossen. Es würde die Abschreckung gegenüber Moskau deutlich verstärken", sagt der nationalkonservative Politiker der "Welt am Sonntag". Im Moment stelle sich diese Frage nicht, "aber das kann sich bald ändern". Die Initiative müsste von den Amerikanern ausgehen, sagt er. Aber grundsätzlich ergebe es Sinn, die nukleare Teilhabe auf die NATO-Ostflanke auszuweiten.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 02:48 Johnson sichert Selesnkyj weitere Unterstützung zu +++Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhält vom britischen Premier Boris Johnson die Zusage für weitere Unterstützung im Kampf gegen die russische Armee. "Eine sehr spürbare Unterstützung", sagt Selenskyj dazu. "Wir haben uns über eine neue Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine unterhalten, ein neues Paket", fasst der ukrainische Staatschef das Gespräch mit Johnson zusammen. Details nennt er aber nicht. Aus der Downing Street verlautet zu dem Telefonat, dass Johnson "Unterstützung für die Verteidigungsbemühungen zugesagt" habe. "Beide waren sich einig über die Bedeutung weiterer Sanktionen, um den wirtschaftlichen Druck auf (Präsident Wladimir) Putins Kriegsmaschinerie zu erhöhen, solange sich noch russische Truppen auf ukrainischem Gebiet befinden", zitiert die Agentur PA einen Sprecher der Downing Street.

+++ 02:12 Kiew meldet abnehmende Intensität russischer Luftangriffe +++Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte sagt, dass die Intensität der russischen Luft- und Raketenangriffe abnehme. Zudem ziehe Moskau weiterhin Einheiten aus dem Norden der Ukraine ab. In einem Facebook-Post sagt er, dass die russischen Streitkräfte Minen auf Straßen und in einigen Siedlungen verlegten.

+++ 01:28 Kirgisische Polizei nimmt bei Demonstration gegen Putin 20 Menschen fest +++Die kirgisische Polizei hat rund 20 Demonstranten festgenommen, die gegen Russlands Präsident Wladimir Putin und den Krieg in der Ukraine protestieren wollten. Die Aktivisten versammelten sich am Samstag für einen Protestzug auf einem zentralen Platz der Hauptstadt Bischkek, berichtet eine AFP-Journalistin. Alle Teilnehmer wurden rasch festgenommen. Die Polizei rief die Protestierenden zunächst auf, sich zu zerstreuen, und berief sich dabei auf eine gerichtliche Entscheidung vom Freitag. Demnach sind in der Hauptstadt alle Versammlungen verboten, die mit der am 24. Februar begonnenen russischen Invasion der Ukraine in Verbindung stehen.

+++ 00:49 Russische Armee will Fluchtkorridore in Mariupol für Ausländer öffnen +++Das russische Militär kündigt für Sonntag die Öffnung von Fluchtkorridoren für Ausländer in den Hafenstädten Mariupol und Berdjansk am Asowschen Meer an. Wie Generalmajor Michail Misinzew in der Nacht nach Angaben der Agentur Tass sagt, könnten Ausländer die schwer umkämpfte Hafenstadt Mariupol in Richtung Berdjansk verlassen. Auch die in der besetzten Hafenstadt Berdjansk lebenden ausländischen Staatsbürger dürften das Gebiet verlassen - entweder auf dem Landweg über die Krim oder zu den ukrainisch kontrollierten Gebieten. Bei diesen Ausländern handelt es sich überwiegend um Besatzungsmitglieder von Frachtschiffen, die in den beiden Häfen seit Kriegsbeginn blockiert sind. Die ukrainische Führung wird aufgefordert, die Sicherheit der Fluchtkorridore zu garantieren.

+++ 00:18 Kasachstan und Russland fordern Neutralität der Ukraine +++Kasachstans Staatschef Kassym-Jomart Tokajew und Russlands Präsident Wladimir Putin sind nach kasachischen Angaben einig, dass eine neutrale und atomwaffenfreie Ukraine von entscheidender Bedeutung für ein Abkommen ist. Putin hatte Tokajew in einem Telefonat über die Fortschritte in den Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine informiert.

+++ 23:40 Litauen beendet Gas-Import aus Russland +++Litauen stellt den Import von Erdgas aus Russland nach eigenen Angaben ein. Das Gasnetz des baltischen EU- und NATO-Landes funktioniere seit Monatsbeginn ohne russische Gasimporte, teilt das Energieministerium in Vilnius am Abend mit. Dies werde durch Daten des litauischen Netzbetreibers bestätigt. Daraus gehe hervor, dass am 2. April kein Gas über die Verbindungsleitung zwischen Litauen und Belarus importiert wurde. "Wir sind das erste EU-Land unter den Lieferländern von Gazprom, das unabhängig von russischen Gaslieferungen ist", wird Energieminister Dainius Kreivys in der Mitteilung zitiert. Demnach werde der gesamte litauische Gasbedarf nun über das Flüssiggas-Terminal in der Ostsee-Hafenstadt Klaipeda gedeckt. Litauen hatte die schwimmende Anlage Anfang 2015 in Betrieb genommen, um sich unabhängiger von russischen Gasimporten zu machen.

Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ 22:58 NGO: Russische Polizei nimmt mehr als 200 Demonstranten fest +++Bei landesweiten Protesten gegen den russischen Militäreinsatz in der Ukraine sind am heutigen Samstag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 200 Menschen festgenommen worden. Es habe mindestens 211 Festnahmen in 17 Städten gegeben, teilt die Nichtregierungsorganisation OVD-Info mit. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete in Moskau, wie mehr als 20 Menschen in einem Park nahe dem Kreml abgeführt wurden. Die Polizei nahm Menschen in Gewahrsam, die auf Parkbänken saßen oder einfach nur herumstanden, ohne die Gründe für die Festnahmen zu erläutern. Eine Frau rief bei ihrer Festnahme mehrmals "Nein zum Krieg in der Ukraine". Auch in St. Petersburg wurden mehrere Menschen festgenommen - wobei unklar war, wie viele von ihnen tatsächlich protestieren wollten.

+++ 22:20 Ex-UN-Chefanklägerin fordert internationalen Haftbefehl für Putin +++Die frühere Chefanklägerin der UN-Kriegsverbrechertribunale für das ehemalige Jugoslawien und für den Völkermord in Ruanda verlangt vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) die Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Putin ist ein Kriegsverbrecher", sagt Carla Del Ponte der schweizerischen Zeitung "Le Temps". Besonders schockiert sei sie über die Nutzung von Massengräbern im Krieg gegen die Ukraine. Sie habe gehofft, nie wieder ein Massengrab zu sehen. Del Ponte glaubt, die Untersuchung zur Ukraine werde leichter sein als die zum früheren Jugoslawien, weil die Ukraine selbst eine Untersuchung durch den Strafgerichtshof erbeten habe. Der gegenwärtige ICC-Chefankläger Karim Khan hatte die Ukraine im März besucht.

+++ 21:50 Kiew sieht Moskau bereit für Treffen Putin-Selenskyj +++Russland lässt nach Angaben der Ukraine durchblicken, das die Zeit reif ist für Verhandlungen auf höchster Ebene zwischen beiden Ländern. Die Agentur Interfax Ukraine zitiert den zum ukrainischen Verhandlungsteam gehörenden David Arachamia mit den Worten, Russland habe angedeutet, dass man bei den Dokumenten für den Entwurf eines Friedensvertrags so weit vorangekommen sei, dass dies direkte Konsultationen der Präsidenten beider Länder erlaube. Russland habe die Position der Ukraine grundsätzlich akzeptiert, mit Ausnahme des Standpunktes zur Krim. Zuvor teilten die Russen allerdings mit, die Verhandlungen mit der Ukraine seien nicht einfach. Es sei aber wichtig, dass sie fortgesetzt würden, zitierte die Agentur Ria den russischen Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. Russland habe eine Fortsetzung der Gespräche in Belarus vorgeschlagen, was die Ukraine aber ablehne.

+++ 21:20 Abramowitsch soll fünf Yachten besitzen +++Dem sanktionierten russischen Oligarchen Roman Abramowitsch könnten noch mehr Yachten gehören als bislang bekannt: Laut Recherchen der "Financial Times" besitzt Abramowitch fünf Yachten im Gesamtwert von fast einer Milliarde Dollar. Das Blatt listet die Schiffe "Solaris" und "Eclipse" auf, die rund 900 Millionen Dollar wert sein sollen. Der Oligarch sei weiterhin Eigentümer der Yachten "Halo" und "Garcon", die schätzungsweise 38 Millionen Dollar kosten sollen. Zudem berichtet die Zeitung, Abramowitsch sei Eigentümer der "Sussurro", die derzeit im Hafen von La Ciotat in Südfrankreich ankere. Deren Wert beziffert die "Financial Times" auf 11 Millionen Dollar.

+++ 20:50 Militärchef von Lwiw: Mehr ukrainische Rückkehrer als Flüchtlinge +++Trotz des Kriegs kehren Tausende Ukrainer aus dem Ausland zurück in ihre Heimat. Allein in dem Gebiet der westukrainischen Metropole Lwiw (Lemberg) hätten innerhalb von 24 Stunden 19.000 Menschen die Grenze überquert, schreibt der örtliche Militärchef Maxim Kosyzkyj bei Facebook. Damit seien mehr Ukrainer eingereist als ausgereist (14.000). Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar seien 556.000 Menschen wieder eingereist, rechnet Kosyzkyj vor.

+++ 20:15 Tausende Zivilisten aus belagerten Städten gerettet +++Tausenden Menschen in der Ukraine ist nach Angaben der Regierung in Kiew die Flucht aus umkämpften Städten gelungen. 765 Zivilisten hätten mit eigenen Fahrzeugen die Hafenstadt Mariupol im Südosten des Landes verlassen, teilt Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk auf Telegram mit. Fast 500 Zivilisten seien aus der Stadt Berdjansk geflohen. Ziel der Menschen aus beiden Städten sei Saporischschja. Zudem seien in Berdjansk zehn Busse gestartet. Am Sonntag solle die Evakuierung dort fortgesetzt werden, sagt Wereschtschuk. Auch aus Städten wie Sjewjerodonezk und Lyssytschansk im Luhansker Gebiet im Osten des Landes seien Menschen gerettet worden. "Wir arbeiten weiter", schreibt die Vize-Regierungschefin.

+++ 19:50 Verteidigungsministerium: "Gesamte Region Kiew befreit" +++Die ukrainischen Truppen haben nach Angaben der ukrainischen Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malyar das gesamte Gebiet der Region Kiew wieder unter ihre Kontrolle gebracht. "Die gesamte Region Kiew ist vom Angreifer befreit", schreibt sie auf Facebook.

+++ 19:20 Nach Rückzug der Russen: Kiewer Vorort hebt Massengräber aus +++Nach dem Rückzug der russischen Armee aus dem Kiewer Vorort Butscha sind dort nach Behördenangaben fast 300 Menschen in Massengräbern beerdigt worden. Die Straßen der durch die Kämpfe stark zerstörten Kleinstadt seien mit Leichen übersät, sagt Bürgermeister Anatoly Fedourk der Nachrichtenagentur AFP. 280 Menschen mussten nach seinen Angaben bereits in Massengräbern beigesetzt werden, da die Kapazitäten der drei städtischen Friedhöfe nicht ausreichten.

Die vorangegangenen Entwicklungen lesen Sie hier.

Post a Comment

0 Comments

Abkehr von Putins Blockade-Taktik? : Ukraine meldet russische Angriffe auf Asow-Stahlwerk in Mariupol