In der Ukraine wirft Selenskyj dem Westen einen „weichen“ Umgang mit Russland vor. Der News-Ticker zu den Ukraine-Verhandlungen.


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  • Erstellt: 09.04.2022, 11:59 Uhr

    Von: Bedrettin Bölükbasi

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    In der Ukraine wirft Selenskyj dem Westen einen „weichen“ Umgang mit Russland vor. Der News-Ticker zu den Ukraine-Verhandlungen.

  • Im eskalierten Ukraine-Konflikt* bedrohen Kampfhandlungen die diplomatischen Lösungsversuche (siehe Erstmeldung).
  • Kiew fordert „globale Antwort“: Wolodymyr Selenskyj* hat den Westen mit Blick auf den Kramatorsk-Angriff zum Handeln aufgerufen.
  • Selenskyj wirft Westen „weichen“ Umgang vor: Nach Ansicht des ukrainischen Staatschefs versuchen einige Länder im Westen Sanktionen gegen Russland* abzuschwächen.
  • Dieser News-Ticker zu den diplomatischen Verhandlungen und internationalen Reaktionen auf den Ukraine-Krieg wird laufend aktualisiert. Den Hintergrund zur Ukraine-Krise* lesen sie hier.
  • Erstmeldung: München - Im Ukraine-Konflikt laufen zwar weiterhin Bemühungen um eine diplomatische Lösung der Auseinandersetzungen durch Ukraine-Verhandlungen, doch wegen der Kampfhandlungen und mutmaßlicher russischer Kriegsverbrechen drohen die diplomatischen Lösungsansätze vollständig zusammenzubrechen.

    Nur wenige Tage nach dem Massaker im Kiewer Vorort Butscha* ereignete sich schon der nächste dramatische Angriff auf Zivilisten. In der ostukrainischen Stadt Kramatorsk schlug eine Rakete im Bahnhof ein, wo Menschen auf Evakuierung warteten. Nach Angaben lokaler Behörden kamen dabei mindestens 52 Menschen ums Leben. Sowohl die Ukraine* als auch die USA* machten Russland für den Angriff verantwortlich. Moskau bestreitete einen solchen Angriff durchgeführt zu haben. Inzwischen intensivieren sich Kämpfe im Donbass, wo die USA eine „blutige und hässliche Offensive“ erwarten. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet.

    Ukraine-Verhandlungen: Kiew fordert „globale Antwort“ auf den Kramatorsk-Raketenangriff

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Länder der Welt nun zum Handeln aufgerufen. „Das ist ein weiteres Kriegsverbrechen von Russland”, sagte Selenskyj in seiner Botschaft auf Telegram mit Blick auf den Raketenangriff in Kramatorsk. Man erwarte eine „kräftige globale Antwort auf dieses Kriegsverbrechen”, so der ukrainische Staatschef.

    Ähnlich wie das Massaker in Butscha und „weitere russische Kriegsverbrechen” müsse auch der Angriff auf den Kramatorsk-Bahnhof Bestandteil eines Gerichtsverfahrens gegen Russland sein. Die Welt müsse zudem herausfinden, wer den Befehl gegeben habe und wie man den Schlag auf den Bahnhof koordiniert habe. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. „Die Verantwortung ist unvermeidbar”, unterstrich Selenskyj an dieser Stelle.

    Ukraine-Verhandlungen: Selenskyj wirft Westen „weichen“ Umgang vor - „mehr Druck auf Russland“

    Der ukrainische Präsident bedankte sich daneben für die finanziellen Hilfen der Europäischen Union für unter anderem die Anschaffung von Waffen und die Unterstützung bei der Untersuchung des Angriffs auf Kramatorsk. In diesem Zusammenhang erwähnte er insbesondere den Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen*. Gleichzeitig betonte er jedoch, existierende westliche Sanktionen gegen Russland seien nicht genug. „Der Druck auf Russland muss erhöht werden”, sagte Selenskyj und fügte hinzu: „Ein komplettes Energie-Embargo auf Öl und Gas ist nötig.”

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Westen einen „weichen“ Umgang mit Russland vorgeworfen. © Screenshot/Telegram

    Einige im Westen würden immer noch einen „weichen” Umgang mit dem russischen Staat an den Tag legen, kritisierte Selenskyj außerdem in seiner Nachricht. Dies sei falsch. Der ukrainische Präsident warf manchen westlichen Staaten überdies vor, zu versuchen, die Sanktionen gegen Russland abzuschwächen. Um welche Staaten es sich dabei handelt, nannte er jedoch nicht, aber man kenne sie: „Wir wissen, welche Staaten ständig versuchen, Sanktionsvorschläge abzuschwächen.”

    Die Ukraine werde alles tun, um Europa zu zeigen, dass man auf jeden Fall kräftigere Sanktionen gegen Russland verhängen müsse. „Wir kennen alle, die die Entscheidungen verzögern”, betonte Selenskyj erneut. Doch man sei „zuversichtlich”, dass auch diese Länder und Politiker aufgrund der russischen Aktionen gegen die „Freiheit in Europa“ ihren Standpunkt ändern würden. (bb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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