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In der Ukraine wirft Selenskyj dem Westen einen âweichenâ Umgang mit Russland vor. Der News-Ticker zu den Ukraine-Verhandlungen.
Erstmeldung: München - Im Ukraine-Konflikt laufen zwar weiterhin Bemühungen um eine diplomatische Lösung der Auseinandersetzungen durch Ukraine-Verhandlungen, doch wegen der Kampfhandlungen und mutmaÃlicher russischer Kriegsverbrechen drohen die diplomatischen Lösungsansätze vollständig zusammenzubrechen.
Nur wenige Tage nach dem Massaker im Kiewer Vorort Butscha* ereignete sich schon der nächste dramatische Angriff auf Zivilisten. In der ostukrainischen Stadt Kramatorsk schlug eine Rakete im Bahnhof ein, wo Menschen auf Evakuierung warteten. Nach Angaben lokaler Behörden kamen dabei mindestens 52 Menschen ums Leben. Sowohl die Ukraine* als auch die USA* machten Russland für den Angriff verantwortlich. Moskau bestreitete einen solchen Angriff durchgeführt zu haben. Inzwischen intensivieren sich Kämpfe im Donbass, wo die USA eine âblutige und hässliche Offensiveâ erwarten. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet.
Ukraine-Verhandlungen: Kiew fordert âglobale Antwortâ auf den Kramatorsk-RaketenangriffDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Länder der Welt nun zum Handeln aufgerufen. âDas ist ein weiteres Kriegsverbrechen von Russlandâ, sagte Selenskyj in seiner Botschaft auf Telegram mit Blick auf den Raketenangriff in Kramatorsk. Man erwarte eine âkräftige globale Antwort auf dieses Kriegsverbrechenâ, so der ukrainische Staatschef.
Ãhnlich wie das Massaker in Butscha und âweitere russische Kriegsverbrechenâ müsse auch der Angriff auf den Kramatorsk-Bahnhof Bestandteil eines Gerichtsverfahrens gegen Russland sein. Die Welt müsse zudem herausfinden, wer den Befehl gegeben habe und wie man den Schlag auf den Bahnhof koordiniert habe. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. âDie Verantwortung ist unvermeidbarâ, unterstrich Selenskyj an dieser Stelle.
Ukraine-Verhandlungen: Selenskyj wirft Westen âweichenâ Umgang vor - âmehr Druck auf RusslandâDer ukrainische Präsident bedankte sich daneben für die finanziellen Hilfen der Europäischen Union für unter anderem die Anschaffung von Waffen und die Unterstützung bei der Untersuchung des Angriffs auf Kramatorsk. In diesem Zusammenhang erwähnte er insbesondere den Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen*. Gleichzeitig betonte er jedoch, existierende westliche Sanktionen gegen Russland seien nicht genug. âDer Druck auf Russland muss erhöht werdenâ, sagte Selenskyj und fügte hinzu: âEin komplettes Energie-Embargo auf Ãl und Gas ist nötig.â
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem Westen einen âweichenâ Umgang mit Russland vorgeworfen. © Screenshot/TelegramEinige im Westen würden immer noch einen âweichenâ Umgang mit dem russischen Staat an den Tag legen, kritisierte Selenskyj auÃerdem in seiner Nachricht. Dies sei falsch. Der ukrainische Präsident warf manchen westlichen Staaten überdies vor, zu versuchen, die Sanktionen gegen Russland abzuschwächen. Um welche Staaten es sich dabei handelt, nannte er jedoch nicht, aber man kenne sie: âWir wissen, welche Staaten ständig versuchen, Sanktionsvorschläge abzuschwächen.â
Die Ukraine werde alles tun, um Europa zu zeigen, dass man auf jeden Fall kräftigere Sanktionen gegen Russland verhängen müsse. âWir kennen alle, die die Entscheidungen verzögernâ, betonte Selenskyj erneut. Doch man sei âzuversichtlichâ, dass auch diese Länder und Politiker aufgrund der russischen Aktionen gegen die âFreiheit in Europaâ ihren Standpunkt ändern würden. (bb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA
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