Igor Zelensky kam 2016 nach München und übernahm das Staatsballett von Ivan Liska
München â" Igor Zelensky (52), der russische Direktor des Bayerischen Staatsballetts, gibt seinen Posten auf. Er erklärt, familiäre Gründe hätten ihn zu diesem Schritt veranlasst.
In einem Schreiben erklärt er: âEine Ballettkompagnie zu führen, erfordert absolute Konzentration und Kapazität. Aktuell verlangen jedoch private Familienangelegenheiten meine volle Aufmerksamkeit und Zeit, die mit der Leitung einer Ballettkompanie nicht vereinbar sind.â
Zelensky (r.) im Jahr 2019 zusammen mit Valery Gergiew, dem Chef des Mariinsky-Theaters in St. Petersburg. Beide traten für eine von Putin gegründete Stiftung auf, die kulturelle Zentren in vier russischen Städten gründen soll. Darunter ist aus Sebastopol auf der annekierten Halbinsel Krim
Foto: picture alliance/dpa
Tatsächlich hatte es aber seit Beginn des Kriegs in der Ukraine öffentliche Debatten darüber gegeben, wie Zelensky zu dem russischen Angriff steht. Das Kunstministerium führte mit ihm ein intensives Gespräch.
Zelensky wollte sich zumindest öffentlich nicht von Russlands Machthaber Wladimir Putin distanzieren. Er ist Berater einer Stiftung, die kulturelle Zentren errichten soll. Bei der Eröffnung trat Zelensky mit Putin auf, der die Stiftung ins Leben gerufen hatte.
Zelensky stammt aus der russischen Stadt Labinsk. Er war erfolgreich als Ballettänzer. Seit 2016 war er Direktor des Bayerischen Staatsballetts.
Auf dem Dach des Münchner Nationaltheaters, in dem die Aufführungen des Staatsballetts stattfinden, weht seit März die Flagge der Ukraine. Wladimir Jurowski (50), der Direktor des Staatsorchesters im Haus, stammt ebenfalls aus Russland. Er hat sich bereits deutlich gegen den Krieg erklärt. In Berlin lieà er bei einem Konzert die ukrainische Nationalhymne spielen.
Anfang März hatte die Stadt München Valery Gergiew (68), den Chefdirigenten der Münchner Philharmonier, entlassen, weil dieser keine Erklärung zum Krieg in der Ukraine abgeben wollte.
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