Delegationen aus der Ukraine und Russland haben sich in Istanbul zu neuen Verhandlungen getroffen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan begrüßte die Verhandler am Morgen im Dolmabahce-Palast des Präsidenten. Danach wollten die beiden Delegationen zu Gesprächen zusammenkommen. Es sei in den Händen beider Seiten, die „Tragödie" zu beenden, sagte Erdogan. Von einem sofortigen Waffenstillstand würden alle profitieren.
Nach Angaben des osteuropäischen Nachrichtenportals „Nexta" ist auch der Oligarch Roman Abramowitsch zu den Verhandlungen gereist. Er tritt als Mediator auf. Wie am Montag berichtet wurde, litt Abramowitsch nach einer der vergangenen Verhandlungen unter Vergiftungssymptomen.
Die Unterhändler aus der Ukraine und aus Russland haben sich bereits dreimal im Grenzgebiet von Belarus getroffen. Danach wurden die Gespräche in Videoschalten abgehalten. Die Verhandlungen zwischen der ukrainischen und der russischen Delegation gestal ten sich aber äußerst schwierig.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eröffnete die Gespräche am Dienstagmorgen in Istanbul
Quelle: AFP/STR
Kiew will einen Abzug der russischen Truppen und Sicherheitsgarantien. Moskau fordert einen Nato-Verzicht der Ukraine sowie eine Anerkennung der abtrünnigen ostukrainischen Separatistengebiete als eigene Staaten und der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als Teil Russlands.
Alle Entwicklungen im Liveticker: 09:59 Uhr – Russland bestellt Botschafter Estlands, Lettlands und Litauen einDas russische Außenministerium bestellt die Botschafter der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ein, wie die Nachrichtenagenturen Tass und RIA melden. Grund sei die Ankündigung, dass einige Diplomaten der drei EU- und Nato-Staaten ausgewiesen würden, berichten die Agenturen unter Berufung auf nicht näher identifizierte Kreise. Dies sei eine Vergeltungsmaßnahme. Estland, Lettland und Litauen haben ihrerseits in einem abgestimmten Schritt insgesamt zehn russische Diplomaten ausgewiesen.
09:17 Uhr – Russland zerstört Treibstofflager in RiwneRussland hat einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge ein großes Treibstofflager der ukrainischen Streitkräfte in der nordwestlichen Region Riwne mit Marschflugkörpern zerstört. Interfax beruft sich dabei auf das russische Verteidigungsministerium.
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07:55 Uhr – Britischer Geheimdienst: Ukraine hält MariupolUkrainische Streitkräfte halten nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes weiter das Zentrum der umkämpften südöstlichen Hafenstadt Mariupol. In mehreren Gebieten nordwestlich von Kiew sei es der ukrainischen Armee zudem gelungen, russische Truppen zurückzudrängen. Es gebe aber weiter die Gefahr eines Beschusses der Hauptstadt.
07:15 Uhr – Lindner rät Firmen von Rubelzahlungen abBundesfinanzminister Christian Lindner hat Unternehmen geraten, nicht auf die russische Forderung einzugehen, Gaslieferungen in Rubel zu bezahlen. „Wir können keine Erpressung akzeptieren", sagte er im Interview mit dem US-TV-Sender Bloomberg. Die Verträge basierten auf Dollar und Euro und „wir empfehlen privaten Unternehmen, sich an diese Währungen zu halten".
„Putin muss sich entscheiden, ob er das akzeptiert oder nicht – in jedem Fall sind wir bereit und werden Lösungen finden", sagte Lindner. Die G7-Energieminister haben am Montag Putins Forderung nach Rubel-Zahlung einstimmig abgelehnt.
06:02 Uhr – UN-Generalsekretär sondiert „humanitäre Waffenruhe"UN-Generalsekretär António Guterres hat eine Initiative zu sofortigen Sondierungen für eine mögliche „humanitäre Waffenruhe" in der Ukraine gestartet. Guterres sagte, er habe U N-Nothilfekoordinator Martin Griffiths gebeten, bei Russland und der Ukraine die Aussichten für eine Waffenruhe zu erkunden. Ziel ist, die Lieferung von dringend benötigten Hilfsgütern in umkämpfte Gebiete zu ermöglichen und den Weg für ernsthafte politische Verhandlungen zu bereiten, um den seit mehr als einem Monat andauernden Krieg zu beenden.
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Flugverbotszone in der Ukraine 03:20 Uhr – IAEA: Ukraine meldet keine Schäden an Nuklearmaterial in CharkiwBei kürzlichem Beschuss hat eine nukleare Forschungseinrichtung in der ostukrainischen Stadt Charkiw Schaden erlitten, ihre geringe Menge an Nuklearmaterial aber ist intakt geblieben. Das teilte der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montagabend unter Berufung auf Informationen der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde mit.
Eine Frau geht am Montag durch einen völlig zerstörten Vorort von Charkiw
Quelle: REUTERS
Laut Kiew seien das Gebäude, die Wärmedämmung und die Versuchshalle beschädigt worden, hieß es von der IAEA weiter. Die Neutronenquelle, die Kernmaterial enthalte, das zur Erzeugung von Neutronen für die Forschung und Isotopenproduktion verwendet werde, aber nicht. Der Beschuss war demnach bereits am Samstag erfolgt. Davor war das Gebäude bereits vor rund drei Wochen bei einer Bombardierung beschädigt und von der Energieversorgung abgeschnitten worden.
Die „Neutronenquelle" ist in der Datenbank für Forschungsreaktoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gelistet, es handelt sich nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln jedoch nicht um keinen klassischen Reaktor. Nach früheren Mitteilungen der IAEA gab es in der Forschungsanlage keine fortwährende nukleare Kettenreaktion. Nur sehr geringe Mengen an radioaktivem Material seien dort gelagert.
03:15 Uhr – Indonesische Staatsfirma - Könnten günstig russis ches Öl kaufenIndonesiens staatlicher Energiekonzern Pertamina erwägt den Kauf von russischem Rohöl. Inmitten der momentanen geopolitischen Spannungen sehe ihr Unternehmen eine Gelegenheit, „zu einem guten Preis bei Russland zu kaufen", sagte Firmenchefin Nicke Widyawati bei einer Parlamentsanhörung. „Politisch gibt es dabei kein Problem, solange die Firma, mit der wir handeln, nicht sanktioniert ist", sagte sie. Die Zahlung könne über Indien abgewickelt werden. Indonesien hat derzeit den Vorsitz der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) inne.
01:35 Uhr – USA entsenden Kampfjets zur Radar-Abwehr nach DeutschlandDie USA haben die Entsendung von sechs für die Störung von Radarsignalen ausgerüsteten Kampfflugzeugen nach Deutschland angekündigt. Dabei betonte Pentagon-Sprecher John Kirby am Montag, dass die Flugzeuge vom Typ EA-18G Growler „nicht gegen die russischen Streitkräfte in der Ukraine eingesetzt" werden sollen, so ndern nur die „Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten der Nato" stärken.
Sie sollen auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz stationiert werden. Die Jets sollten demnach noch am Montag zusammen mit 240 Soldaten in Deutschland ankommen. Bei der EA-18G Growler handelt es sich um eine modifizierte Version des F/A-18-Jets. Sie Maschinen werden eingesetzt, um feindliches Radar zu stören und Luftabwehrsysteme zu verwirren.
01:16 Uhr – Kreml: Keine Pläne für AtomwaffeneinsatzAngesichts immer wiederkehrender Spekulationen über den möglichen Einsatz nuklearer Waffen durch Moskau ist Kremlsprecher Dmitri Peskow diesen Gedanken energisch entgegengetreten. „Niemand in Russland denkt an den Einsatz oder auch nur an die Idee eines Einsatzes von Atomwaffen", sagte Peskow im Gespräch mit der amerikanischen Fernsehkette PBS am Montag.
Moskau gehe davon aus, dass alle Aufgaben der „speziellen Militäroperation", wie Russland d ie Invasion in die Ukraine nennt, erfüllt werden. Doch wie auch immer diese Aktion ausgehe, werde dies kein Grund für den Einsatz nuklearer Waffen sein, sagte Peskow.
Er bekräftigte, dass Russland sein Atomwaffenarsenal nur bei einer „Bedrohung der Existenz Russlands" einsetzen werde. Die staatliche Existenz Russlands und die Ereignisse in der Ukraine hätten „nichts miteinander zu tun".
Topol-M ist eine mobile Langstreckenwaffe
Quelle: pa/ZUMAPRESS.com/Russian Presidency
Die Sorge im Westen über mögliche Atomwaffenpläne Moskaus war gestiegen als Präsident Wladimir Putin zum Auftakt des Angriffskrieges in der Ukraine eine erhöhte Alarmbereitschaft der russischen Nuklearstreitkräfte anordnete.
Auch warnte Putin, dass Länder, die sich in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine einmischten, mit Konsequenzen rechnen müssten, „wie sie sie noch nie erlebt haben". Peskow sagte nun dazu: „Ich denke, das jeder verst eht, was er damit meinte." Auf die direkte Nachfrage des PBS-Journalisten, ob damit ein Atomwaffen-Einsatz gemeint gewesen sei, sagte der Kremlsprecher: „Nein, ich denke nicht."
01:12 Uhr – Kreml will Gaslieferung ohne Rubel-Zahlungen einstellenNach der von der EU weitgehend abgelehnten Bezahlung von Gaslieferungen in Rubel hat Kremlsprecher Dmitri Peskow mögliche neue Schritte Russlands angekündigt. „Keine Bezahlung – kein Gas", sagte Peskow nach Angaben der Staatsagentur Tass von Montagabend in einem Interview der amerikanischen Fernsehkette PBS. Moskau wolle die Antwort der EU abwarten und dann die nächsten Schritte festlegen. „Wir beabsichtigen aber auf keinen Fall, uns als Wohltäter zu zeigen und Westeuropa kostenloses Gas zu liefern", betonte Peskow.
Der Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin warf dem Westen vor, einen totalen Wirtschaftskrieg gegen Russland entfesselt zu haben. „Leider sind diese Umstände höchst unfreund lich", sagte Peskow zu den Sanktionen. Damit sei man im Bereich eines „totalen Kriegs" angekommen. „Und wir in Russland empfinden diesen Krieg so, dass die westeuropäischen Länder, die USA, Kanada und Australien einen tatsächlichen Krieg im Handel, in der Wirtschaft führen, sie beschlagnahmen unser Eigentum, unser Bargeld und blockieren unsere Finanzen", klagte Peskow. „Und wir müssen uns jetzt an die neue Realität anpassen."
Putin hatte in der Vorwoche angeordnet, dass Erdgas an „unfreundliche" Staaten wie Deutschland nur noch gegen Zahlung in Rubel zu liefern sei. Dies wurde bereits von einigen Staats- und Regierungschefs mit dem Hinweis auf Vertragsbruch zurückgewiesen.
00:32 Uhr – EU-Staaten raten Bürgern von Teilnahme am Ukraine-Krieg abDeutschland und sechs weitere EU-Länder haben ihren Staatsbürgern in einer gemeinsamen Erklärung davon abgeraten, als freiwillige Kämpfer in die Ukraine zu reisen. Die Justizminister von Belgien, D eutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und Spanien unterzeichneten am Montag nach einem Treffen einen entsprechenden Aufruf. „Wir wollen natürlich Menschen davon abhalten, zu einem Kriegsschauplatz zu reisen", sagte der französische Innenminister Gérald Darmanin nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Ende Februar die Schaffung einer „internationalen Legion" innerhalb der ukrainischen Streitkräfte für den Kampf gegen den russischen Angriff angekündigt. Anfang Februar sagte Außenminister Dmytro Kuleba, 20.000 ausländische Kämpfer vorrangig aus europäischen Ländern hätten sich freiwillig gemeldet.
00:00 Uhr – Dahmen: Geflüchtete in gesetzliche KV aufnehmenDer Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen (Grüne) fordert eine Aufnahme der Kriegsflüchtlinge in die gesetzliche Krankenversicherung. Dies müsse „so schnell wie möglich" geschehen, sagt Dahmen dem Reda ktionsnetzwerk Deutschland. Die gegenwärtige Versorgung sei verwaltungsaufwendig und reiche medizinisch nicht aus. Zudem spricht sich Dahmen für eine begrenzte Berufserlaubnis für ukrainische Ärzte und Pflegekräfte aus, die nach Deutschland geflohen seien: „Es ist dringend nötig, dass medizinisches Fachpersonal auch hier wenigstens in eingeschränkter Form in der Versorgung anderer Geflüchteter arbeiten kann."
23:20 Uhr – Ukrainischer Telekomkonzern - Internetausfall durch CyberangriffAuf den staatlichen ukrainischen Telekommunikationskonzern Ukrtelecom hat es nach Angaben von Unternehmens- und Regierungsvertretern einen schweren Cyberangriff gegeben. Die Hackerattacke sei abgewehrt worden und der Zugang zum Internet werde schrittweise wieder aufgebaut, sagt ein Ukrtelecom-Sprecher. Die Beobachtungsstelle NetBlocks hatte zuvor berichtet, dass landesweit Netzverbindungen zusammengebrochen seien.
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