Ukraine-Krieg: Wie früherer Physiotherapeut den Klitschkos hilft


Identifikationsfigur des Widerstands: Vitali Klitschko Bild: Reuters

Acht Jahre lang war Aldo Vetere Physiotherapeut der beiden Boxweltmeister Vitali und Wladimir Klitschko. Jetzt organisiert er für seine früheren Schützlinge Hilfstransporte – und unterstützt den Kampf ihres Lebens.

Und dann war plötzlich Krieg. „Ich wusste aus meiner Zeit bei den Klitschkos in Kiew, wie aggressiv Putin ist", sagt Aldo Vetere. „Aber dass er einen souveränen Staat tatsächlich überfallen würde, das kam in meinen schlimmsten Alpträumen nicht vor." Aldo Vetere ist ein erfolgreicher Physiotherapeut. Er behandelt vor allem Sportler aus dem In- und Ausland, aber auch der chinesische Star-Pianist Lang Lang vertraute sich Vetere schon an. Doch zu niemandem hat der gebürtige Italiener eine so innige Beziehung wie zu Wladimir und Vitali Klitschko. Acht Jahre lang begleitete Vetere die Boxweltmeisterbrüder zu Trainingscamps und Kämpfen auf der ganzen Welt, sein Physio-Therapiezentrum in Düsseldorf ist ein kleines Klitschko-Museum. Im Gang hängen Fotos, auf denen der Physiotherapeut neben einem der Klitschkos im Ring zu sehen ist. Im Warteraum steht auf einem weißen Podest eine Doppelskulptur der Sportler in Boxmontur. N ur die engsten Freunde bekamen ein Exemplar des 17 Kilogramm schweren Kunstwerks, als 2017 auch Wladimir seine Karriere beendete. Vitali war da schon drei Jahre lang Bürgermeister von Kiew.

Seit Putin am 24. Februar seinen skrupellosen Überfallkrieg begann, sind die Klitschko-Brüder neben Präsident Wolodymyr Selenskyj die wichtigsten Identifikationsfiguren des ukrainischen Widerstands. Sie sind furchtlose Kümmerer, organisieren die Verteidigung und Versorgung ihrer Stadt. Vetere versucht sich auszumalen, was es bedeutet, wenn der Gegner keine Gnade kennt, der Belagerungsring sich immer enger zieht, Kiew unter Beschuss, Bombardement. „Fürchterlich, schrecklich, der Horror", sagt Vetere.

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