Ukraine-News im Liveticker: Heftige Explosionen am Flughafen von Lwiw


Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Bürgermeisters von Lwiw das Flughafengelände der westukrainischen Stadt nahe der grenze zu Polen angegriffen. „Raketen haben das Flughafengelände von Lwiw getroffen", schrieb Bürgermeister Andrij Sadowy am Freitagmorgen auf Facebook. Der Angriff habe den Airport nicht direkt getroffen. Über dem Gebiet stieg eine dichte Rauchwolke auf, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Krankenwagen und Polizeifahrzeuge machten sich auf den Weg zum Ort des Angriffes. Zeugen berichteten von einer heftigen Explosion.

Die Großstadt Lwiw (Lemberg) blieb bislang weitestgehend von den Kämpfen in der Ukraine verschont. Die russische Armee bombardierte jedoch am Sonntag einen ukrainischen Militärstützpunkt in der Gegend nahe der Grenze zum Nato-Partner und EU-Land Polen.

Fotos zeigen die Rauchwolke über dem Flughafen von Lwiw

Quelle: REUTERS

Alle Entwicklungen im Liveticker: 07:05 Ukrainischer Abgeor dneter: Wohl mehr Personen in Theater in Mariupol

In dem bombardierten Theater in Mariupol könnten sich noch mehr Menschen befunden haben als bisher angenommen. Der ukrainische Abgeordnete Serhij Taruta schrieb auf Facebook, dort seien zuletzt offenbar noch mindestens 1300 Menschen gewesen. Das habe er von Personen erfahren, die im Theater gewesen und aus Mariupol hinausgekommen seien. Davor war der Stadtrat von rund 1000 Personen ausgegangen, die dort Schutz gesucht hatten.

Aussagen der ukrainischen Abgeordneten Olga Stefanyschyna zufolge wurden am Donnerstag rund 130 Zivilisten aus dem Theater gerettet. Taruta schrieb auf Facebook weiter, es sei noch immer unklar, wie viele Verletzte und Tote es gebe. Es bestehe die Sorge, dass es nach dem andauernden Beschuss der Stadt durch russische Truppen niemanden mehr gäbe, der die Menschen dort retten könne. „Niemand räumt die Trümmer weg." Die Rettungsdienste seien durch die russische Blockade faktisch ausgeschaltet wo rden.

05:15 Uhr – Blinken - „Besorgt, dass China Russlands Krieg direkt unterstützen wird"

US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping werden heute um 14 Uhr deutscher Zeit miteinander telefonieren, um über den Krieg in der Ukraine zu sprechen. US-Außenminister Antony Blinken zufolge wollen die USA deutlich machen, dass China die Verantwortung für alle Maßnahmen trage, die es zur Unterstützung der russischen Aggression ergreife. „Wir sind besorgt, dass China erwägt, Russland direkt mit militärischer Ausrüstung für den Einsatz in der Ukraine zu unterstützen", so Blinken. China hat solche Pläne bisher dementiert. Washington ist auch besorgt darüber, dass China Russland dabei helfen könnte, die von den westlichen Staaten verhängten Wirtschaftssanktionen zu umgehen.

05:10 Uhr – Tichanowskaja: Krieg auch für Belarussen eine Schicksalsfrage

Der Ausgang von Russlands Krieg gegen die Ukraine ist laut der belarussischen Oppositionsführ erin Swetlana Tichanowskaja auch für ihr Volk eine Schicksalsfrage. Es müsse klar getrennt werden zwischen dem mit der russischen Regierung verbündeten belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko und dem von ihm unterdrückten belarussischen Volk, sagte Tichanowskaja in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Genf. Die Belarussen seien gegen Lukaschenko und gegen den Krieg.

Sie müssten nun nicht nur gegen ihre eigene Führung kämpfen, „sondern auch für die Ukrainer, weil wir verstehen, dass das Schicksal von Belarus vom Schicksal der Ukraine abhängt", sagte Tichanowskaja. Lukaschenko unterstützt den russischen Staatschef Wladimir Putin bei seinem Krieg gegen die Ukraine und lässt die russische Armee belarussisches Gebiet für ihre Angriffe auf das Nachbarland nutzen.

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Aber „das belarussische Volk unterstützt diesen Krieg nicht", versicherte die im Exil lebende Tichanowska ja. Ihr ganzes Volk kämpfe nun vielmehr „auf der Seite der Ukraine". Dies zeige sich etwa an der Art der Berichterstattung belarussischer Exil-Medien über den Krieg und an Freiwilligen, die ukrainischen Flüchtlingen helfen und medizinische Ausrüstung in das Kriegsland schickten.

04:00 Uhr – Integrationsbeauftragte erwartet mehr russische Asylbewerber

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine dürfte nach Einschätzung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan, mittelfristig auch zu mehr Asylgesuchen russischer Staatsbürger führen. „Ich denke, wir müssen schon damit rechnen, dass mehr Asylanträge gestellt werden von Menschen aus Russland", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Jeder Mensch habe in Deutschland das Recht, einen Asylantrag zu stellen, das gelte natürlich auch für russische Staatsbürger. Wie bei allen anderen Asylanträgen werde es dann eine Einzelfallprüfung geben. „Ob es da nochmal konkrete, andere Schrit te geben wird, dazu bin ich mit dem Bundesinnenministerium im Austausch", fügte sie hinzu.

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Meinung Ukraine-Flüchtlinge

Im Januar stellten 172 Menschen aus der Russischen Föderation in Deutschland einen Asylantrag, im Februar waren es 187 Anträge. Einen deutlichen Anstieg der Zahlen hat das Bundesinnenministerium auch im März noch nicht registriert. Allerdings mehren sich die Berichte über Russen, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine nach Armenien, Georgien oder ins Baltikum ausgereist sind.

03:56 Uhr – Japan verhängt weitere Sanktionen gegen Russland

Japan friert wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine die Guthaben weiterer russischer Personen und Organisationen ein. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf die Regierung berichtete, betrifft dies unter anderem den Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie den Waffenlieferanten Rosoboronexport.

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Unterstützung für Russland

Damit hat Japan inzwischen gegen 95 russische Personen und Gruppen Sanktionen verhängt. So wurde auch das Vermögen des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Notenbank und des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko eingefroren.

01:22 Uhr – Russland will vorerst nicht über Ukraine-Resolution abstimmen lassen

Russland verzichtet im UN-Sicherheitsrat vorerst auf eine Abstimmung über seinen Resolutionsentwurf zur humanitären Situation in der Ukraine. Die USA und Albanien hätten Druck auf andere Mitglieder ausgeübt, die Resolution abzulehnen, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia am Donnerstag. Er betonte aber, Russland ziehe seinen Resolutionsentwurf nicht zurück. Die USA, Frankreich und Großbritannien könnten die Resolution mit ihrem Veto verhindern, falls es überhaupt eine Mehrheit dafür geben sollte.

Westliche Staaten kritisieren, in dem russischen Entwurf werde die V erantwortung für den von Russland ausgelösten Krieg nicht erwähnt. „Wenn es Russland tatsächlich um die humanitäre Krise geht, die es selbst verursacht hat, kann es seine Angriffe auf die Menschen in der Ukraine einfach stoppen", sagte die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield.

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Estnischer Russland-Kenner

Nebensia kündigte an, Russland werde in der Sicherheitsratssitzung am Freitag erneut seine Vorwürfe zur Sprache bringen, in der Ukraine gebe es biologische Labors der USA. Dazu werde man neue Dokumente vorlegen. In der Sicherheitsratssitzung vor einer Woche hatte Nebensia seine Vorwürfe ohne jeden Beweis erhoben. Die USA und die Ukraine haben sie wiederholt zurückgewiesen. Nach Ansicht von Thomas-Greenfeld könnten die Vorwürfe Teil eines Versuchs Russlands sein, einen Vorwand für den Einsatz chemischer oder biologischer Waffen in der Ukraine zu schaffen.

00:45 Uhr – Ukrainer Erhalt von Zahlungen au s Ausland

PayPal erweitert seine Dienste, um ukrainischen Bürgern und Flüchtlingen den Empfang von Zahlungen aus dem Ausland zu ermöglichen. Wie Dan Schulman, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ukraine, Mychajlo Fedorow, in einem Brief mitteilt, werden Ukrainer in der Lage sein, Geldbeträge von ihren PayPal-Konten auf geeignete Kredit- und Debitkarten zu überweisen. PayPal hat dafür die Gebühren für solche Transaktionen bis zum 30. Juni ausgesetzt. Dies soll allen Ukrainern ermöglichen, Geld von Freunden und Familienmitgliedern in den Vereinigten Staaten und anderswo zu erhalten und könnte in Zukunft auch für die Überweisung von Sozialleistungen durch Regierungen genutzt werden.

00:23 Uhr – Kanadas Aufnahme-Programm für Ukraine sieht Bleiberecht bis zu drei Jahre vor

Kanada hat ein Programm für die Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge angekündigt, das ihnen ein Bleiberecht von bis zu drei Jahren e inräumt. Das Genehmigungsverfahren für Notfall-Ausreisen aus der Ukraine nach Kanada sei nun zugänglich, teilte Einwanderungsminister Sean Fraser am Donnerstag mit. Um in einem beschleunigten Verfahren eine Aufenthaltsgenehmigung für Kanada zu erhalten, müssten die Ukrainer einen Online-Antrag ausfüllen und ihre biometrischen Daten, also ein Passfoto und ihre Fingerabdrücke, übermitteln.

Zeitgleich können ukrainische Flüchtlinge kostenlos eine Erlaubnis beantragen, in Kanada zu arbeiten oder zu studieren. In Kanada leben bereits zahlreiche Ukrainer, vor allem im Zentrum und Westen des Landes.

00:12 Uhr – Burger King will raus aus Russland - Filialen bleiben aber geöffnet

Der Mutterkonzern der Fast-Food-Kette Burger King will angesichts des Kriegs gegen die Ukraine sein Geschäft in Russland aufgeben. Allerdings dürfte dies aufgrund der dortigen Franchise-Partner ein schwieriges Unterfangen werden, teilte Restaurant Brands International (RBI) am Donnersta g mit. Der Rückzug aus dem Land sei geplant, werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen.

„Würden wir gerne alle Aktivitäten von Burger King in Russland sofort aussetzen? Ja", schrieb Konzernchef David Shear in einem offenen Brief. „Können wir heute einen Betriebsstopp durchsetzen? Nein." Grund, dass die rund 800 Filialen geöffnet blieben, seien die vom Geschäftsmann Alexander Kolobov kontrollierten Franchise-Partner. RBI halte nur 15 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen in Russland.

Der Konzern habe jedoch jegliche Unterstützung des Filialnetzes eingestellt und investiere selbst nicht mehr in Russland. Die Geschäfte abzuwickeln sei wegen der Verträge aber schwierig und dürfte die Zustimmung russischer Behörden erfordern. Mit dieser sei nicht schnell zu rechnen. Der Ausstieg sei ein komplizierter rechtlicher Prozess, der sich hinziehen dürfte, so RBI-Chef Shear. Burger Kings Rivale McDonald's hatte in der vergangenen Woche angekündigt, seine ru nd 850 Schnellrestaurants in Russland zu schließen.

23:10 Uhr - WHO meldet Dutzende Attacken auf Krankenhäuser in der Ukraine

Die Weltgesundheitsorganisation hat Angriffe auf Krankenhäuser in der Ukraine verurteilt. Seit Beginn der russischen Invasion seien 43 Attacken auf Hospitäler und andere medizinische Einrichtungen bestätigt, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat. Dabei seien zwölf Menschen getötet und 34 verletzt worden. Die Angriffe gefährdeten Behandlung und Versorgung und seien eine besondere Gefahr für Herzkranke, Diabetiker, Krebspatienten und Menschen mit Aids und Tuberkulose.

Tedros sagte, die vielen Menschen, die durch die Kämpfe vertrieben worden seien, lebten auf der Flucht oft dicht zusammengedrängt. Das erhöhe das Risiko von Infektionen mit Corona, Masern, Lungenentzündung oder Kinderlähmung. In psychiatrischen Kliniken und Spitälern mit Langzeitpatienten würden Medikamente, Nahrung u nd Decken knapp. Bislang habe die WHO 100 Tonnen medizinische Güter in die Ukraine geschickt. Damit könnten 4500 Traumapatienten und 450 000 Patienten in der medizinischen Basisbehandlung einen Mont lang versorgt werden. Eine Lieferung mit weiteren 108 Tonnen werde vorbereitet. Entscheidend sei jedoch etwas anderes. „Die lebensrettende Medizin, die wir jetzt brauchen, ist Frieden", sagte Tedros.

23:30 Uhr – US-Präsident Biden bezeichnet Putin als „mörderischen Diktator"

US-Präsident Joe Biden hat Russlands Präsidenten Putin als „mörderischen Diktator" bezeichnet. Putin sei „ein reiner Verbrecher, der einen unmoralischen Krieg gegen die Menschen in der Ukraine führt", sagte Biden am Donnerstag in Washington. „Putin zahlt einen hohen Preis für seine Aggression", sagte er kurz darauf weiter.

Biden hatte bereits am Mittwoch seinen Ton noch weiter verschärft und Putin als „Kriegsverbrecher" bezeichnet. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte im Anschluss: „Er sprach aus seinem Herzen." Biden sprach nun angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine von einem „Wendepunkt in der Geschichte". Dies sei nur alle paar Generationen der Fall. „Ich denke, wir befinden uns in einem echten Kampf zwischen Autokratien und Demokratien und der Frage, ob Demokratien erhalten werden können oder nicht."

Auch die Außenminister der G7-Staaten haben die „wahllosen Angriffe auf Zivilisten" durch russische Truppen in der Ukraine scharf verurteilt. Alle für Kriegsverbrechen Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, warnten sie am Donnerstag nach einer Videokonferenz, an der auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell teilnahm.

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Wegen des „nicht provozierten und schändlichen Krieges" des russischen Präsidenten Wladimir Putin seien Millionen von Menschen zur Flucht gezwungen, hieß es in der Erklär ung weiter. Auch die Zerstörung von Infrastruktur, Krankenhäusern, Theatern und Schulen gehe weiter.

„Diejenigen, die für Kriegsverbrechen, einschließlich des wahllosen Einsatzes von Waffen gegen Zivilisten, verantwortlich sind" würden zur Rechenschaft gezogen, warnten die Minister Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans, Großbritanniens und der USA. Sie begrüßten in dem Zusammenhang „die laufenden Ermittlungs- und Beweiserhebungsarbeiten, auch durch den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs."

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