Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte bei Luftangriff nahe Lwiw


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  • Erstellt: 13.03.2022Aktualisiert: 13.03.2022, 09:54 Uhr

    Von: Lukas Rogalla, Christian Stör

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    Die Angriffe der russischen Armee auf ukrainische Städte nehmen an Härte zu. Laut Präsident Selenskyj erleidet Russland im Ukraine-Krieg allerdings schwere Verluste.

  • Im Ukraine-Konflikt* spricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von schweren Verlusten bei der russischen Armee (siehe Update von Samstag, 12.03.2022, 15.26 Uhr).
  • Die Hauptstadt Kiew gerät im Ukraine-Krieg* verstärkt ins Visier. Russische Truppen kreisen die Hauptstadt ein. Erstmals ist auch die Stadt Lwiw Ziel eines Luftangriffs.
  • Krieg in der Ukraine*: Die neuesten Entwicklungen im News-Ticker.
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    +++ 09.45 Uhr: Der Ukraine-Krieg fordert weitere Todesopfer. So sind bei dem russischen Luftangriff auf einen Militärstützpunkt nahe der Stadt Lwiw (s. Update 07.10 Uhr) neun Menschen getötet und 57 Menschen verletzt worden. Dies meldet die Nachrichtenagentur AFP, die sich auf ukrainische Behörden bezieht. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert den Gouverneur der Regionalverwaltung in Lwiw, der die Opferzahl bestätigt. Beide Nachrichtenagenturen berichten, dass auf dem Militärstützpunkt nahe Lwiw auch Ausbilder aus dem Ausland tätig gewesen sein sollen.

    Ukraine-Krieg: Luftangriff auf einen Militärstützpunkt bei Lwiw

    +++ 09.20 Uhr: Noch eine weitere Stadt in der Westukraine wird von russischen Truppen beschossen. Ziel ist offenbar der Flughafen von Iwano-Frankiwsk. „Nach vorläufigen Informationen stammten die Explosionen heute Morgen von einem Angriff auf den Flughafen“, schrieb Bürgermeister Ruslan Marzinkiw auf Facebook. Iwano-Frankiwsk liegt hundert Kilometer südlich von Lwiw.

    Ukrainische Flüchtligne steigen in Lwiw in einen Zug. © Carol Guzy/dpa

    +++ 08.30 Uhr: Bei dem Luftangriff auf einen Militärstützpunkt bei Lwiw im Westen der Ukraine (s. Update 07.10 Uhr) sind nach Angaben der regionalen Militärverwaltung insgesamt acht Raketen im „Zentrum für Internationale Friedenssicherung und Sicherheit“ nordwestlich von Lwiw eingeschlagen. Dort befinden sich ein Militärausbildungszentrum und ein Truppenübungsplatz. Laut ukrainischem Fernsehen gab es keine Todesopfer. Nicht mitgeteilt wurde, ob die Raketen das Gelände getroffen haben.

    +++ 07.10 Uhr: Die westukrainische Metropole Lwiw ist zum ersten Mal seit Kriegsbeginn vor mehr als zwei Wochen von mehreren Explosionen erschüttert worden (s. auch Update 06.00 Uhr). Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete am Sonntagmorgen von mehreren Detonationen. Es wurde Luftalarm ausgelöst. Nun meldet auch die dortige ukrainische Militärverwaltung einen Luftangriff. Ziel sei ein Militärstützpunkt gewesen, der rund 25 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ist. „Die Besatzer haben einen Luftangriff auf das Internationale Zentrum für Friedenssicherung und Sicherheit gestartet“, teilte die Militärverwaltung mit. Über Opfer oder Schäden war zunächst nichts bekannt.

    +++ Update vom Sonntag, 13.03.2022, 06.00 Uhr: Die russische Armee hat den Druck auf die ukrainische Hauptstadt Kiew weiter erhöht und ihre Angriffe auf Städte im Süden des Landes verstärkt. Am Sonntagmorgen ist die westukrainische Metropole Lwiw von mehreren Explosionen erschüttert worden. Nach Medienberichten war die Stadt von mehreren Raketen getroffen worden. Die Explosionen waren auch in Polen zu hören, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur aus Przemysl berichtete.

    Ukraine-Krieg: „Brutaler Akt“ nahe Kiew

    +++ 20.30 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf Frauen und Kinder in einem Fluchtkorridor nahe Kiew sind nach ukrainischen Angaben sieben Menschen getötet worden. Unter den Opfern des „brutalen Aktes“ sei ein Kind, erklärte der ukrainische Militärgeheimdienst am Samstag bei Facebook. Der Angriff auf der zwischen Russland und der Ukraine vereinbarten Fluchtroute aus dem Dorf Peremoga habe sich am Freitag ereignet.

    Zunächst hatte es geheißen, dass der Angriff in einem zwischen Russland und der Ukraine vereinbarten „grünen“ Fluchtkorridor stattgefunden habe. Die ukrainische Regierung widersprach dieser Darstellung später jedoch. Die Gruppe befand sich demnach nicht im Evakuierungskorridor, sondern versuchte, alleine zu fliehen.

    Russland und die Ukraine haben sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar bereits mehrfach auf lokale Feuerpausen und Fluchtkorridore verständigt, um Zivilisten die Ausreise aus umkämpften Gebieten zu ermöglichen. Oft scheiterte dies jedoch, beide Seiten warfen sich gegenseitig Verstöße gegen die Feuerpausen vor. „Leider verschlechtert sich die humanitäre Lage in der Ukraine weiter rapide und hat in einigen Städten katastrophale Ausmaße angenommen“, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Samstag.

    Ukraine-Krieg: Russische Armee kreist Kiew weiter ein

    +++ 20.00 Uhr: Mit Angriffen von mehreren Seiten erhöht die russische Armee den Druck auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Nach Angaben des ukrainischen Präsidentenberaters Mychailo Podoljak befindet sich Kiew im „Belagerungszustand“. Auch in anderen Städten wurden Wohngebiete attackiert. Unterdessen startete am Samstag ein Hilfskonvoi in Richtung der seit zwölf Tagen belagerten Hafenstadt Mariupol. Vorstädte im Nordwesten Kiews werden seit Tagen von schweren Luftangriffen erschüttert. Inzwischen rücken russische Panzer zudem von Nordosten her immer rascher auf Kiew vor. AFP-Reporter berichteten am Samstag von dichten Rauchwolken über den nordöstlichen Vororten Kiews.

    Bei Luftangriffen im 40 Kilometer südlich von Kiew gelegenen Wasylkiw wurde nach Angaben des Bürgermeisters der Flughafen zerstört, ein von Raketen getroffenes Öldepot stand demnach in Flammen. Sirenen warnten am Samstagmorgen auch in den Großstädten Odessa, Dnipro und Charkiw vor Luftangriffen. In der Schwarzmeer-Hafenstadt Mykolajiw beschoss die russische Armee mehrere Krankenhäuser, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Getroffen wurden unter anderem eine Tagesklinik für Krebspatienten und eine Augenklinik.

    +++ 18.14 Uhr: Die russische Armee hat bei Angriffen in der Ukraine am Samstag nach eigenen Angaben 79 Militäranlagen zerstört. Darunter seien vier Kommando- und Kontrollzentren der ukrainischen Streitkräfte gewesen, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Angriffe seien zudem auf sechs Munitions- und Treibstoffdepots geflogen worden. Außerdem seien ein ukrainischer Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 und drei Drohnen abgeschossen worden. Diese Angaben ließen sich nicht überprüfen.

    Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht vom „größten Schlag für die russische Armee seit Jahrzehnten“

    +++ 15.26 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seit Beginn ihres Angriffs auf die Ukraine erhebliche Verluste erlitten. „Dies ist der größte Schlag für die russische Armee seit Jahrzehnten“, sagte Selenskyj in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. „Nirgendwo hat sie innerhalb so weniger Tage mehr verloren“, sagte Selenskyj am 17. Tag des Krieges. „Unsere Streitkräfte tun alles, um dem Feind jede Lust an einer Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine zu nehmen. Die Verluste der russischen Truppen sind kolossal.“

    Nach ukrainischen Angaben wurden bisher mehr als 360 russische Panzer sowie mehr als 1200 weitere gepanzerte Fahrzeuge zerstört, außerdem etwa 60 Kampfflugzeuge und 80 Hubschrauber. Die Armee habe mehr als 12.000 Soldaten verloren. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. Auch in westlichen Geheimdienstkreisen ist die Rede von erheblichen russischen Verlusten.

    Ukraine-Krieg: Russland droht mit Angriffen auf Waffenlieferungen

    +++ 13.10 Uhr: Russland hat mit Angriffen auf westliche Waffenlieferungen in der Ukraine gedroht. Moskau habe die USA gewarnt, dass das „orchestrierte Hereinpumpen von Waffen durch eine Reihe von Staaten nicht nur ein gefährlicher Schritt ist, sondern diese Konvois auch zu legitimen Zielen“ für Angriffe der Armee mache, sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow im russischen Staatsfernsehen.

    Ukraine-Krieg: Kiew wirft Russland Bruch der Feuerpause vor

    +++ 11.10 Uhr: Trotz der für die Evakuierung von Kiew vereinbarten Feuerpause soll Russland seine Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt weiter fortsetzen. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf ukrainische Behörden bezieht.

    +++ 10.00 Uhr: Mehrere Städte in der Ukraine haben erneut Kämpfe und Beschuss gemeldet. „Die Besatzer haben nachts mit wahllosem, chaotischem Feuer Krankenhäuser und Internate beschossen“, schrieb der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim. Zwei Menschen seien verletzt worden. Die Angreifer hätten ihre Taktik geändert und würden sich in Dörfern zwischen Zivilgebäuden verstecken. „Jetzt gibt es keine Regeln mehr, wir werden hart gegen sie vorgehen“, kündigte der Gouverneur an.

    Russland setzt Angriffe im Ukraine-Krieg auf „breiter Front“ fort

    +++ 09.30 Uhr: Die russische Armee setzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe im Ukraine-Krieg auf „breiter Front“ fort. In der Nähe der Hauptstadt Kiew seien eine Luftwaffenbasis in Wassylkiw und das nachrichtendienstliche Aufklärungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in Browary außer Gefecht gesetzt worden, teilte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag mit.

    Update vom Samstag, 12.03.2022, 08.45 Uhr: Kiew rückt im Ukraine-Krieg wieder verstärkt in den Mittelpunkt. Der ukrainische Generalstab warnte, die russische Armee versuche, die Verteidigung westlich und nordwestlich der Hauptstadt auszuschalten, um Kiew zu „blockieren“. Mittlerweile nähert sich die russische Armee der Stadt auch von Nordosten her. Ukrainische Soldaten berichteten Reportern der Nachrichtenagentur AFP von heftigen Kämpfen um die Kontrolle der wichtigsten nach Kiew führenden Autobahn bei Welyka Dymerka.

    Ukraine-Krieg: Russische Offensiven nahe Kiew „teils“ erfolgreich

    Erstmeldung vom Samstag, 12.03.2022: Kiew - Im Ukraine-Krieg gerät Kiew* wieder stärker ins Visier. Die russische Armee kreist die ukrainische Hauptstadt immer weiter ein, Präsidentenberater Mychailo Podoljak sprach von einem „Belagerungszustand“. Auch aus dem Westen des Landes unweit der Grenze zu Polen werden weitere Luftangriffe gemeldet. US-Präsident Joe Biden* spricht unterdessen eine eindringliche Warnung aus.

    Rund um Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, teilte der ukrainische Generalstab mit. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich. In der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zu Samstag mindestens drei Mal Flugalarm ausgelöst. Laut CNN war in der Stadt aus der Ferne am Samstagmorgen „minutenlanger“ Beschuss zu hören.

    Ukraine-Krieg: Neue Luftangriffe auch im Westen des Landes

    Strategische Bomber der russischen Luftwaffe sollen Marschflugkörper in den Städten Luzk, Iwano-Frankiwsk und Dnipro eingesetzt haben. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze. Angriffe mit Raketen wurden auch aus dem südukrainischen Mykolajiw gemeldet. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

    Mit Panzersperren und Sandsäcken versuchen die Bewohnerinnen und Bewohner von Kiew, ihre Stadt vor den russischen Streitkräften zu schützen. © dpa

    Nach ukrainischen Militärangaben versuchen russische Truppen, die nordostukrainische Stadt Tschernihiw aus südwestlicher Richtung zu blockieren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* sagte, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. In der Folge sei die Großstadt mit knapp 280.000 Einwohnern ohne Wasserversorgung.

    Ukraine-Krieg: Entführung von Bürgermeister laut Selenskyj „Zeichen der Schwäche“

    Selenskyj forderte in einer Videoansprache die Freilassung des Bürgermeisters der von russischen Truppen besetzten Stadt Melitopol. Druck auf Bürgermeister oder ihre „physische Eliminierung“ werde Russland* nicht dabei helfen, ukrainische Städte zu übernehmen. Ein derartiges Vorgehen sei ein „Zeichen der Schwäche“ Russlands.

    Ukraine-Krieg: Biden warnt vor Drittem Weltkrieg

    Eine direkte militärische Konfrontation in der Ukraine zwischen dem US-Militär und den russischen Streitkräften muss nach Ansicht von Präsident Joe Biden verhindert werden, damit es nicht zu einem „Dritten Weltkrieg“ kommt. Das US-Militär und die Nato-Partner werden „jeden Zentimeter“ des Bündnisgebiets geeint und „mit voller Macht“ verteidigen, schrieb Biden bei Twitter. „Aber wir werden in der Ukraine keinen Krieg mit Russland führen. Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland ist der dritte Weltkrieg - und etwas, das zu verhindern, wir uns bemühen müssen“, schrieb der Demokrat. (cs/lrg/dpa/afp)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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