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Die Kämpfe in der Ukraine gehen weiter. Ein Ãberblick zum Geschehen in der Nacht auf Mittwoch und ein Ausblick auf den Tag.
Kiew â" Ein Ende des Ukraine-Kriegs ist aktuell nicht absehbar. Auch in der Nacht auf Mittwoch gingen die Kämpfe weiter. In mehreren ukrainischen Städten wurde Alarm gemeldet. Die Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine über ein Ende des Krieges wurden auch am Dienstag vertagt, sie sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.
Ukraine-Krieg-News: Selenskyj vorsichtig optimistischDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zu den Gesprächen mit Russland vorsichtig optimistisch geäuÃert. Die Verhandlungspositionen hörten sich realistischer an, sagte er in einer in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. Bis die Ukraine zufrieden sein könne, dauere es aber noch. âWir alle wollen so schnell wie möglich Frieden und Siegâ, meinte der Präsident. âAber es braucht Mühe und Geduld. Es muss noch gekämpft und gearbeitet werden.â Jeder Krieg ende mit einer Vereinbarung. âDie Treffen werden fortgesetzt.â
Beide Seiten verhandelten zu Wochenbeginn in einer Videoschalte. Am Dienstagabend erklärte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak, die Gespräche würden an diesem Mittwoch fortgesetzt. Die Ukraine fordert ein Ende des Krieges und einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt unter anderem, dass Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch sowie die ukrainischen Separatistengebiete als unabhängige Staaten anerkennt.
Ukraine meldet: Russlands Armee hat bis zu 40 Prozent ihrer Einheiten verlorenDie russische Armee soll im Ukraine-Krieg nach Angaben des ukrainischen Generalstabs bereits bis zu 40 Prozent der Einheiten verloren haben, die seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar an Kämpfen beteiligt waren. Diese Truppen seien entweder vollständig zerschlagen worden oder hätten ihre Kampfkraft verloren, teilte der Generalstab in Kiew in der Nacht zu Mittwoch in einem Lagebericht mit. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.
In Kiew soll es in der Nacht erneut Explosionen gegeben haben. © Vadim Ghirda/dpaDie schlimmste Situation herrsche weiter in der Gegend um die umkämpfte Hafenstadt Mariupol, hieà es. Hier versuche die russische Armee, die Stadt am westlichen und östlichen Rand zu blockieren. Sie erleide dabei aber erhebliche Verluste. Am Dienstag konnten sich nach Behördenangaben etwa 20 000 Menschen aus der von russischen Truppen eingeschlossenen Stadt am Asowschen Meer in Sicherheit bringen.
Die Kämpfe und Angriffe in der Ukraine gehen weiter. Zu den Gesprächen mit Russland äuÃerte sich der ukrainische Präsident nun vorsichtig optimistisch. Die Entwicklungen im Ãberblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die LageInsgesamt hätten sich am Dienstag landesweit fast 30 000 Zivilisten aus umkämpften Städten und Dörfern zurückziehen können, sagte Selenskyj. Eine Kolonne mit Hilfsgütern für Mariupol werde von russischen Soldaten jedoch weiterhin blockiert. In der Region Odessa sei die Küste von russischen Schiffen beschossen worden, teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, mit. Es habe aber keinen Landungsversuch gegeben.
Ukraine-Krieg-News: EU-Regierungschefs treffen Präsident Selenskyj in KiewDie Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen im umkämpften Kiew Solidarität und Unterstützung zugesagt. âHier, im vom Krieg zerrissenen Kiew, wird Geschichte geschriebenâ, betonte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. âHier kämpft die Freiheit gegen die Welt der Tyrannei. Hier hängt die Zukunft von uns allen in der Schwebeâ, teilte er per Twitter mit.
Die Politiker aus Polen, Tschechien und Slowenien waren mit einem Zug nach Kiew gereist. Der Besuch war nach Darstellung eines polnischen Regierungssprechers unter strengster Geheimhaltung in Absprache mit EU und Nato geplant worden. Die ukrainische Hauptstadt wird immer wieder beschossen. Es galt als möglich, dass die drei Politiker schon kurz nach dem Treffen mit Selenskyj wieder zurückreisten. Für Mittwochvormittag kündigte Fiala ein Briefing auf dem Militärflugplatz Prag-Kbely an.
Ukraine Aktuell: Russlands Angriffskrieg â" Das wird am Mittwoch wichtigIn der Nato wird nach Russlands Angriff auf die Ukraine eine signifikante und dauerhafte Verstärkung der Ostflanke erwogen. Bei einem Verteidigungsministertreffen am Mittwoch solle eine Diskussion über die längerfristige Stärkung der Sicherheit in allen Bereichen begonnen werden, erklärte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Erstmals seit der russischen Invasion in die Ukraine wird ein internationales Gericht ein Urteil über den Angriff fällen. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen in Den Haag entscheidet am Mittwoch über die Dringlichkeitsklage der Ukraine gegen den Nachbarstaat.
Der Europarat bereitet wegen des Ukraine-Kriegs einen Ausschluss Russlands vor. Die Parlamentarische Versammlung des Europarats stimmte nach einer Dringlichkeitssitzung am Dienstagabend in StraÃburg für einen Ausschluss Russlands. Zur Vorbereitung des Ausschlusses will das Ministerkomitee an diesem Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Auch die internationalen Bemühungen für ein Ende der Kämpfe gehen weiter: Der türkische AuÃenminister Mevlüt Cavusoglu reist nach Moskau, der polnische Präsident Andrzej Duda in die Türkei. Der ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj selbst hält vor dem US-Kongress eine Rede per Videoübertragung. (dpa/aka)
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