Ukraine-Krieg im Ticker: Russische Offensiven nahe Kiew „teils“ erfolgreich


Ukraine-Krieg im Newsticker: Kiew im „Belagerungszustand" - Russische Offensiven „teils" erfolgreich - Öldepot offenbar in Flammen

Seit dem von Russlands Präsident Wladimir Putin gestarteten Angriff auf die Ukraine herrscht Krieg in Europa. Die russische Armee versucht offenbar Kiew einzukreisen, die Stadt soll sich im "Belagerungszustand" befinden. Das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl hat Berichten zufolge wieder Strom. Alle Neuigkeiten zum Angriff auf die Ukraine finden Sie hier im Ticker.

Bericht: Großteil von Putins Truppen bis auf 15 Meilen an das Zentrum Kiews herangerückt

09.58 Uhr: Die russischen Streitkräfte rücken offenbar immer näher an das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew heran. Wie „BBC" unter Berufung auf das britische Verteidigungsministerium berichtet, sei ein Großteil der Streitkräfte bis auf 15 Meilen an das Stadtzentrum vorgerückt. Das sind etwa 24 Kilometer. An einigen Stellen seien Putins Truppen jedoch schon deutlich weiter vorgerückt. Vor allem im Nordwesten und Nordosten toben heftige Kämpfe.

Verwirrung um Charkiw: Ukraine meldet eingekesselte Stadt, Reporter dementiert

09.52 Uhr: Der Korrespondent Roland Oliphant vom britischen Medium „Telegraph" hat eine Meldung des ukrainischen Verteidigungsministeriums zurückgewiesen und als falsch bezeichnet. Während das Ministerium berichtet, dass mehrere Städte, darunter Charkiw, von russischen Angreifern eingekesselt seien, dementiert er dies.

„Charkiw ist nicht eingekesselt!", schreibt er auf Twitter. Die Straßen nach Süden und Westen seien offen und wären auch nie abgeschnitten gewesen. „Das ist auch der Grund, warum es aus Charkiw weiterhin Berichterstattung in hoher Qualität gibt, die Reporter können in die Stadt."

  Ukrainischer Gouverneur droht russischen Angreifern: „Jetzt gibt es keine Regeln mehr"

09.49 Uhr: Mehrere Städte in der Ukraine haben in der Nacht zu Samstag erneut Kämpfe und Beschuss gemeldet. „Die Besatzer haben nachts mit wahllosem, chaotischem Feuer Krankenhäuser und Internate beschossen", schrieb der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim, am Samstag. Zwei Menschen seien verletzt worden. Die Angreifer hätten ihre Taktik geändert und würden sich in Dörfern zwischen Zivilgebäuden verstecken. „Jetzt gibt es keine Regeln mehr, wir werden hart gegen sie vorgehen", kündigte der Gouverneur an.

Mykolajiw liegt an der Mündung des Südlichen Bugs ins Schwarze Meer. Sollten russische Truppen die Stadt einnehmen, umgehen oder isolieren, stünde ihnen der Landweg nach Odessa offen und diese bedeutende südwestliche Hafenstadt könnte vom Rest des Landes abgeschnitten werden.

Nachts hatte Kim geschrieben: „Mistkerle, sie lassen uns nicht schlafen." Wenige Stunden davor hatte er einem ukrainischen TV-Sender gesagt, in der Stadt Mykolajiw sei mindestens eine Person verletzt und mehrere Wohnhäuser und Autos beschädigt worden. Auch zwei Feuer seien in der Stadt als Folge des Raketenbeschusses ausgebrochen.

Russlands Militär spricht von Angriffen auf breiter Front in Ukraine

09.38 Uhr: Die russische Armee setzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe auf «breiter Front» in der Ukraine fort. In der Nähe der Hauptstadt Kiew seien eine Luftwaffenbasis in Wassylkiw und das nachrichtendienstliche Aufklärungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in Browary außer Gefecht gesetzt worden, teilte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau mit. Es war Tag 17 von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Den russischen Angaben zufolge nahmen die eigenen Truppen und jene der Separatisten aus Luhansk und Donezk erneut zahlreiche Ortschaften im Osten der Ukraine ein. Einheiten der Donezker „Volksmiliz" seien weitere 9 Kilometer vorgedrungen, die russischen Streitkräfte insgesamt 21 Kilometer und die Gruppierungen der „Volksrepublik Luhansk" 6 Kilometer. Überprüfbar waren die russischen Militärangaben nicht.

Wie Generalmajow Konaschenkow weiter mitteilte, wurden erneut auch fünf Kampfdrohnen abgeschossen. Insgesamt seien bisher rund 3500 Objekte der militärischen Infrastruktur des Landes zerstört worden, darunter auch mehr als 1000 Panzer und andere gepanzerte Militärfahrzeuge. Russland hat den Angriff auf die Ukraine unter anderem damit begründet, das Land entmilitarisieren zu wollen.

Ukrainische Angaben: Mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore waren geplant

09.23 Uhr: Zur Rettung von Zivilisten aus umkämpften ukrainischen Städten sind nach Angaben aus Kiew am Samstagmorgen mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore geplant gewesen. Aus Saporischschja habe sich erneut ein Konvoi mit Hilfsgütern und Bussen auf den Weg in die belagerte Hafenstadt Mariupol gemacht, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk.

Es ist der fünfte Versuch, die Stadt am Asowschen Meer zu erreichen. Bisher kamen die vereinbarten Korridore nie zustande. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern. Die prorussischen Separatisten brachten nach eigenen Angaben seit Freitagmorgen 217 Zivilisten aus Mariupol in Sicherheit.

Wereschtschuk sagte, es gebe auch Korridore für mehrere Orte nordwestlich von Kiew, unter anderem Hostomel, Makariw und Borodjanka. Dort hat sich die russische Armee seit Tagen festgesetzt und versucht weiter, die Hauptstadt auch von Westen her zu blockieren. Außerdem gab es erneut im Nordosten des Landes Evakuierungsversuche, unter anderem aus der Stadt Sumy.

Reporter: Russische Granaten schlagen nahe Krebsklinik in Mykolajiw ein

08.38 Uhr: Mehrere Granaten einer russischen Bombardierung sollen in der Nähe eines onkologischen Krankenhauses in Mykolajiw eingeschlagen sein. Das berichtet ein Reporter der „New York Times". Allgemein seien in der Stadt am Samstagmorgen Geräusche zahlreicher Artilleriefeuer zu hören.

  Bericht: Öldepot bei Kiew brennt nach russischem Angriff

08.19 Uhr: Ein Öldepot südlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew in Vasylkiv soll einem Bericht des „Kyiv Independent" brennen. Auslöser des Feuers ist offenbar ein russischer Angriff in der Nacht.

Ein weiteres Öldepot im Dorf Kryackhy soll demzufolge ebenfalls getroffen worden sein. Im Dorf Kviteneve soll zudem ein Lagerhaus für Tiefkühlprodukte nach russischem Beschuss brennen.

  Russische Armee versucht, Kiew einzukreisen - Hauptstadt im „Belagerungszustand"

07.34 Uhr: Die russische Armee kreist die ukrainische Hauptstadt Kiew immer weiter ein und weitet mit Angriffen auf Wohngebiete zugleich ihre Offensive im Osten des Landes aus. In mehreren ukrainischen Städten, darunter Kiew, Odessa, Dnipro und Charkiw, warnten die Sirenen am Samstagmorgen vor russischen Luftangriffen, wie ukrainische Medien berichteten. Die Industriestadt Dnipro war am Freitag zum ersten Mal angegriffen worden. Besonders dramatisch ist die Lage weiterhin in der Hafenstadt Mariupol.

Kiew befinde sich inzwischen im „Belagerungszustand", erklärte der Präsidentenberater Mychailo Podoljak am Freitag. Die Stadt sei aber „bereit zu kämpfen" und werde „standhaft bis zum Ende sein".

Vorstädte im Nordwesten Kiews werden seit Tagen von schweren Luftangriffen erschüttert. Der ukrainische Generalstab warnte, die russische Armee versuche, die Verteidigung westlich und nordwestlich der Hauptstadt auszuschalten, um Kiew zu „blockieren". Mittlerweile nähert sich die russische Armee der Stadt auch von Nordosten her. Ukrainische Soldaten berichteten AFP-Reportern von heftigen Kämpfen um die Kontrolle der wichtigsten nach Kiew führenden Autobahn bei Welyka Dymerka.

  Ukraine: 70 Prozent des Gebiets Luhansk besetzt

05.50 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge sind mittlerweile 70 Prozent des Gebietes Luhansk im Osten des Landes von russischen Truppen besetzt. Das teilte der Leiter der Regionalverwaltung des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, in der Nacht zu Samstag auf Facebook mit. Jene Orte, die noch unter der Kontrolle Kiews stünden, seien dauerndem Beschuss ausgesetzt. Es gebe Dutzende verletze und getötete Zivilisten. Gleichzeitig kämen keine Fluchtkorridore für Menschen aus der Region zustande. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Luhansk ist eines der beiden Gebiete, das von prorussischen Separatisten für ihre selbst ernannten Volksrepubliken beansprucht wird. Die Separatisten erheben Anspruch auf das gesamte Territorium der Verwaltungsgebiete Donezk und Luhansk, das sie vor dem russischen Einmarsch Ende Februar nur etwa zu einem Drittel kontrollierten.

Mykolajiw und Kiew melden Beschuss in der Nacht

04.31 Uhr: Mehrere Städte in der Ukraine haben in der Nacht zu Samstag erneut Kämpfe und Beschuss gemeldet. „Mistkerle, sie lassen uns nicht schlafen", schrieb der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim, in der Nacht zu Samstag auf Telegram. Wenige Stunden davor hatte er einem ukrainischen TV-Sender gesagt, in der Stadt Mykolajiw sei mindestens eine Person verletzt und mehrere Wohnhäuser und Autos beschädigt worden. Auch zwei Feuer seien in der Stadt aufgrund Raketenbeschusses ausgebrochen. Einem lokalen Beamten zufolge soll zudem die Krebsklinik der Stadt beschädigt worden sein.

In der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zu Samstag mindestens drei Mal Flugalarm ausgelöst. Laut CNN war in der Stadt aus der Ferne am Samstagmorgen „minutenlanger" Beschuss zu hören.

Ukraine: Mehrere Fluchtkorridore in Gebiet Sumy geplant

04.11 Uhr: Die Evakuierung von Menschen aus belagerten und umkämpften Städten in der Ukraine soll am Samstag weitergehen. Für das Gebiet Sumy im Nordosten des Landes seien sechs Fluchtkorridore geplant, teilte der Chef der Gebietsverwaltung von Sumy, Dmytro Schywyzkyj, in der Nacht zu Samstag auf Telegram mit. Demnach sollen Zivilisten aus den Städten Sumy, Trostjanets, Lebedin, Konotop, Krasnopillja und Velika Pysarivka in die zentralukrainische Stadt Poltawa gebracht werden.

 

Insgesamt laufen die Evakuierungen schleppend. Hunderttausende Ukrainerinnen und Ukrainer sitzen in von russischen Truppen eingekesselten oder umkämpften Städten fest. Kiew und Moskau werfen einander Verletzungen der für die Fluchtkorridore notwendigen Feuerpausen vor.

Ukraine: Russische Offensiven nahe Kiew „teils" erfolgreich

Samstag, 12. März, 02.46 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Armee dauern die Angriffe russischer Truppen im Land weiter an. Rund um die Hauptstadt Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, hieß es in einem in der Nacht zu Samstag auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich.

Um die nordostukrainische Stadt Tschernihiw aus südwestlicher Richtung zu blockieren, versuchten russische Einheiten zudem die jeweils rund 15 Kilometer entfernten Orte Mychajlo-Kozjubinske und Schestowytsja einzunehmen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag gesagt, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. In der Folge sei die Großstadt mit knapp 280 000 Einwohnern ohne Wasserversorgung.

 

In dem Bericht heißt es weiter, strategische Bomber der russischen Luftwaffe setzten Marschflugkörper in den Städten Luzk, Dnipro und Iwano-Frankiwsk ein. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze. In der Nacht zum Freitag hatte Russland seine Angriffe auf den Westen der Ukraine ausgeweitet. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen.

Weitere Meldungen zum Ukraine-Konflikt lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Surftipp:

Putin greift Ukraine an: Hintergrundinfos zum Krieg Offizier spricht im russischen TV über tote Soldaten – dann wird der Moderator laut

lho/jr/ufe/bhi/luk/mpl/ja

Post a Comment

0 Comments

Abkehr von Putins Blockade-Taktik? : Ukraine meldet russische Angriffe auf Asow-Stahlwerk in Mariupol