Stand: 12.03.2022 07:48 Uhr
Tag 17 des Kriegs in der Ukraine: Nach Meldungen des ukrainischen Generalstabs gerät die Hauptstadt Kiew wieder stärker ins Visier der russischen Offensive. Auch aus dem Westen des Landes wurden in der Nacht weitere Angriffe gemeldet. Für die Hafenstadt Mariupol sind heute Versorgungen geplant. Die News im Ãberblick.
In vielen ukrainischen Städten waren den Meldungen der dortigen Behörden zufolge am frühen Morgen Luftschutzsirenen zu hören. Wie mehrere ukrainische Lokalmedien berichten, seien die Menschen so in der Hauptstadt Kiew, in Lwiw, in Odessa, Charkiw, Tscherkassy und in der Region Sumy im Nordosten des Landes aufgefordert worden, Schutzräume zu suchen. Rund um Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, teilte der ukrainische Generalstab in der Nacht mit. Die Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich. Laut CNN war in der Stadt aus der Ferne am Morgen "minutenlanger" Beschuss zu hören. Präsidentenberater Podoljak sagte, die Stadt sei "bereit zu kämpfen" und werde "standhaft bis zum Ende sein".
Auch aus dem Westen des Landes unweit der Grenze zu Polen wurden weitere Luftangriffe gemeldet. Ziele seien die Städten Luzk, Iwano-Frankiwsk und Dnipro gewesen sein. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze. Raketenangriffe wurden auch aus dem südukrainischen Mykolajiw gemeldet. In der nordostukrainischen Stadt Tschernihiw ist laut Präsident Selenskyj eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden. Die GroÃstadt mit knapp 280.000 Einwohnern sei ohne Wasserversorgung.
Weitere Evakuierungen geplant - Lage in Mariupol offenbar weiter extrem schwierigUnterdessen sollen die bislang schleppend verlaufenden Evakuierungen der belagerten und umkämpften Städte heute weitergehen. Für das Gebiet Sumy im Nordosten des Landes sind nach ukrainischen Angaben sechs Fluchtkorridore geplant.
Am Freitag kamen laut Präsident Selenskyi 7.144 Zivilisten über Fluchtkorridore aus insgesamt vier Städten heraus. Die Zahl sei deutlich niedriger als in den beiden Tagen davor. Selenskyj erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen Russland, da es sich weigere, Menschen aus der belagerten Hafenstadt Mariupol herauszulassen. Man werde heute erneut versuchen, Lebensmittel und Medikamente nach Mariupol zu liefern. Ob auch ein Korridor geöffnet werden kann, ist unklar. Durch die seit Tagen andauernde Belagerung ist die Lage dort laut Hilfsorganisationen mittlerweile unerträglich geworden. Es gebe Kämpfe um Lebensmittel und Plünderungen. Strom, Wasserversorgung und Heizungen seien ausgefallen. Die Hilfsorganisation Ãrzte ohne Grenzen warnte vor einer "unvorstellbaren Tragödie".
Strom am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl läuft teils wiederAm ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl ist es Technikern offenbar gelungen, einen Teil der Stromleitungen zu reparieren. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien gestern Abend unter Berufung auf den ukrainischen Betreiber. Die Stromversorgung für die Kühlung von Brennelementen wurde am Mittwoch unterbrochen. Die IAEA sah aber kein Sicherheitsproblem. Notstromgeneratoren liefern dort Strom.
Auch nach dem von der Ukraine gemeldeten erneuten Beschuss eines nuklearen Forschungszentrums in der ostukrainischen Stadt Charkiw gibt es Entwarnung. Es seien keine Schäden festgestellt worden, die die Strahlensicherheit beeinträchtigten, hieà es in einer Mitteilung des ukrainischen Parlaments. Vom russischen Militär kam der Vorwurf, ukrainische Kräfte hätten ein Gebäude des Forschungszentrums "gesprengt", um "Nuklearforschung zu verbergen".
Baerbock informiert sich in MoldauBundesauÃenministerin Baerbock (Grüne) will sich heute im an die Ukraine grenzenden Moldau über die Lage der Kriegsflüchtlinge informieren. Sie wolle sich ein direktes Bild machen, um zu klären, wie Deutschland Moldau in dieser Ausnahmesituation noch umfassender unterstützen könne, sagte sie vor dem Abflug. "Wir werden nicht zulassen, dass die von Russland verursachten Schockwellen auf weitere Länder in Europa überschwappen."
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opferzahlen durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
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Laut Internationaler Atomenergiebehörde konnte ein Teil der Stromleitungen zum ehemaligen AKW repariert werden. Mehr bei tagesschau.de. extern
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NDR Info | Aktuell | 12.03.2022 | 07:00 Uhr
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