Ukraine-Krieg: Neues Massengrab entdeckt - Russland soll Zeugen von Kriegsverbrechen zwangsdeportieren


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  • Erstellt: 10.04.2022Aktualisiert: 10.04.2022, 11:46 Uhr

    Von: Astrid Theil, Bedrettin Bölükbasi, Christina Denk

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    Im Ukraine-Krieg fokussieren Putins Truppen ihre Angriffe auf den Donbass. Im Gebiet im Kiew soll ein weiteres Massengrab gefunden worden sein. News-Ticker.

  • Ukraine-Konflikt*: In dem 50 Kilometer von Kiew entfernten Dorf Buzova soll ein Massengrab gefunden worden sein.
  • CNN-Bericht: Zeugen von Kriegsverbrechen würden von russischen Truppen in „Filtrationszentren“ zwangsdeportiert .
  • Flucht aus Ostukraine: neun Fluchtkorridore geplant - Lage in Mariupol verschlechtert sich.
  • Dieser News-Ticker zur militärischen Lage im Ukraine-Krieg wird laufend aktualisiert.
  • Neues Massengrab in der Nähe von Kiew entdeckt: Dutzende Tote

    Update vom 10. April, 10.45 Uhr: In einem weiteren Dorf in der Nähe von Kiew soll ein Massengrab gefunden worden sein. Ein ukrainischer Beamter meldet laut einem Bericht von Reuters, dass im Dorf Buzova, das etwa 50 Kilometer westlich vom Zentrum Kiews liegt, ein Grab mit Dutzenden von Zivilisten entdeckt worden sei. Es sei das jüngste Massengrab, das entdeckt wurde, nachdem sich die russischen Streitkräfte aus den Gebieten rund um die Hauptstadt zurückgezogen hatten. Taras Didych, Leiter der Gemeinde Dmytriwka, zu der Buzova gehört, gab bekannt, dass die Leichen in einem Graben in der Nähe einer Tankstelle gefunden worden seien. Die Zahl der Toten müsse noch bestätigt werden. Der Bericht lässt sich momentan nicht unabhängig überprüfen.

    Russische Truppenbewegungen: Satelliten-Aufnahmen sollen 13 km langen Militärkonvoi zeigen

    Update vom 10. April, 10.30 Uhr: Laut Berichterstattung des amerikanischen Senders CNN zieht sich ein 13 Kilometer langer Militärkonvoi durch die ostukrainische Stadt Velkyi Burluk. CNN beruft sich auf Satellitenbilder-Auswertungen der Firma „Maxar“. Die Bilder zeigen laut „Maxar“ „gepanzerte Fahrzeuge, Lastwagen aufgerüstet mit Artillerie und beladen mit Ersatzmaterial“.

    Velkyi Burluk liegt östlich von Charkiw, nahe der Grenze der Ukraine zu Russland. Russische Truppen werden aktuell im Osten und im Süden der Ukraine zusammengezogen. Die Angriffe werden in dieser Region verstärkt. Insbesondere die dortigen Städte wie die Millionen-Metropole Charkiw stehen unter starkem Beschuss.

    Laut CNN-Bericht: Russland soll Zeugen von Kriegsverbrechen zwangsdeportieren

    Update vom 10. April, 10.00 Uhr: Die Lage in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol ist weiterhin dramatisch. Mehr als 100.000 Menschen sind gefangen und leben unter katastrophalen und sich weiter verschlechternden Bedingungen. Es gibt kein Wasser, keine Nahrung und keinen Strom. Für die Bewohner der Stadt ist eine Flucht sehr schwer, weil die Kommunikation in der Region weitgehend unterbrochen ist. Die Bewohner der Stadt wissen daher nicht, wann es sicher ist, die Luftschutzbunker zu verlassen oder wie sie Evakuierungsbusse erreichen können.

    CNN berichtet darüber hinaus, dass russische und separatistische Truppen Zehntausende Zivilisten in sogenannte „Filtrationszentren“ bringen. Die Zentren befinden sich der selbsternannten Volksrepublik Donezk in der Ostukraine. Moskau hatte diese Region kurz vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine als unabhängig anerkannt. Von den „Filtrationszentren“ sollen die Menschen weiter nach Russland gebracht werden. Dies berichten die ukrainische Regierung, humanitäre Organisationen und die US-Regierung. Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschuk, schätzt, dass seit Kriegsbeginn rund 45.000 ukrainische Staatsbürger zwangsdeportiert wurden.

    Laut dem Stadtrat von Mariupol sollen diese „Filtrationszentren“ dazu dienen, potenzielle Kriegsverbrechen der Russen zu vertuschen. „Die Besatzer versuchen, alle potenziellen Zeugen der Gräueltaten der Besatzer durch diese Lager zu identifizieren und sie zu vernichten“, sagte der Stadtrat von Mariupol. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

    Neun Fluchtkorridore geplant: Zivilisten sollen aus Mariupol fliehen

    Update vom 10. April, 9.30 Uhr: An diesem Sonntag soll es im umkämpften Osten der Ukraine neun Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung geben. Dem habe die Regierung in Kiew zugestimmt, sagt die ukrainische Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk. Auch aus der eingekesselten Hafenstadt Mariupol sollen Zivilisten über einen Korridor flüchten können. Alle Routen in der im Osten gelegenen Region Luhansk würden funktionieren, solange es eine Waffenruhe seitens der russischen Truppen gebe, erklärte Wereschtschuk auf Telegram.

    Russland sucht Rekruten - auch in der Republik Moldau

    Update vom 10. April, 9.15 Uhr: Laut dem britischen Verteidigungsministerium versucht Russland die zunehmenden Verluste seiner Invasionstruppen durch Soldaten auszugleichen, die seit 2012 aus dem Militärdienst entlassen wurden. Das britische Verteidigungsministerium beruft sich dabei auf den Militärgeheimdienst.

    Das russische Militär bemühe sich darüber hinaus, Rekruten aus der von Russland gestützten und international nicht anerkannten Region Transnistrien im Osten der Republik Moldau zu gewinnen. Moldau grenzt im Westen an den EU-Mitgliedsstaat Rumänien und im Osten an die Ukraine. Das kleine Land hat verhältnismäßig viele Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen.

    Britischer Geheimdienst stellt Beweise für Kriegsverbrechen durch Russland fest

    Update vom 10. April, 9.00 Uhr: Nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes gibt es nach dem Abzug des russischen Truppen aus dem Norden der Ukraine Beweise dafür, dass Zivilisten auf unverhältnismäßige Weise zur Zielscheibe geworden sind. Geiseln seien als menschliche Schutzschilde benutzt und zivile Infrastruktur vermint worden. Auch Massengräber gebe es, wie das britische Verteidigungsministerium bei Twitter mitteilte.

    Die russischen Truppen würden weiter unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen nutzen, um der Ukraine Verluste zuzufügen und die Moral zu senken. Weiterhin sei die Infrastruktur ein Angriffsziel, bei der das Risiko hoch ist, dass auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies sei auch bei dem jüngsten Beschuss eines Lagers mit Salpetersäure bei Rubischne im Donbass der Fall gewesen. 

    Getötete Zivilisten in Donezk, Charkiw und Mykolajiw

    Update vom 10. April, 7.12 Uhr: Durch Beschuss sind in der Region Donezk ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt worden. Die örtliche Militärverwaltung machte Russland für die Opfer verantwortlich. In der Stadt Wuhledar gebe es vier Todesopfer, twitterte Gouverneur Pawlo Kyrylenko. Auch im nordöstlichen Gebiet Charkiw habe die russische Artillerie am Samstag Siedlungen beschossen, teilten ukrainische Behörden mit. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet und ein Mensch verletzt worden. Viele Häuser seien zerstört. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.

    In der Region Mykolajiw im Süden habe das ukrainische Militär sieben Raketenangriffe der russischen Armee gezählt, hieß es. Dabei sei niemand getötet worden. Ukrainische Kräfte hätten ihrerseits bei drei Angriffen auf russische Truppen am Samstag unter anderem 80 Soldaten getötet sowie drei Panzer und je ein Flugzeug und einen Hubschrauber zerstört. Auch diese Angaben konnten nicht laut der Nachrichtenagentur nicht unabhängig geprüft werden.

    Dem Präsidialamt in Kiew zufolge konnten am Samstag mehr als 4.500 Zivilisten aus den Regionen Donezk, Luhansk und Saporischschja flüchten. Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk warf Russland vor, trotz einer Vereinbarung Busse für Flüchtende auf bestimmten Routen nicht passieren zu lassen. „Die Busse sind nach Saporischschja zurückgekehrt und werden am Sonntag erneut versuchen, die Städte zu erreichen, um unsere Bürger zu evakuieren“, sagte Wereschtschuk.

    Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, die Evakuierung von Ortschaften zu sabotieren. Moskau hatte zuletzt erklärt, die Kampfhandlungen auf den Osten der Ukraine zu konzentrieren. Der von Russland begonnene Krieg dauert bereits seit dem 24. Februar. Hier gibt es einen Überblick was in den vergangenen Stunden geschah.

    Update vom 9. April, 22.30 Uhr: Nach dem Raketenangriff auf den Bahnhof in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind alle Überlebenden evakuiert worden, meldet CNN. Die meisten wurden in das Zentrum von Dnipro gebracht, manche befinden sich auch in Kiew, wie ein lokaler Krankenhausmitarbeiter dem Sender bestätigte. 80 Erwachsene und 19 Kinder wurden bei dem Angriff verletzt, 20 davon befinden sich in einem kritischen Zustand. 52 Menschen wurden laut Angaben ukrainischer Behörden getötet. Die Ukraine hatte daraufhin seine Evakuierungsrouten geändert (Update vom 9. April, 11 Uhr).

    CNN hatte in Tschernobyl mit ukrainischen Soldaten im russischen Quartier zudem erhöhte Radioaktivität nachgewiesen*.

    Moskau meldet 700.000 evakuierte Ukrainer - Ukraine wirft Nachbarland Evakuierung gegen deren Willen vor

    Update vom 9. April, 22.10 Uhr: Laut Militärangaben in Moskau sollen seit dem 24. Februar mehr als 700.000 Menschen aus den Separatistengebieten Donezk und Luhansk sowie anderen Teilen der Ukraine nach Russland evakuiert worden sein. Allein am Samstag hätten knapp 27.000 Menschen die umkämpften Regionen Richtung Russland verlassen, sagte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium.

    Aus der seit Anfang März umkämpften südukrainischen Hafenstadt Mariupol seien 134.000 Menschen gerettet worden, formulierte Misinzew. Der Agentur Tass zufolge warf er der Kiewer Seite erneut vor, eine Flucht für bedrängte Zivilisten nur auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu ermöglichen, nicht nach Russland. Die russischen Zahlen sind nicht unabhängig zu überprüfen. Kiew wirft der Moskauer Seite aber vor, Flüchtlinge gegen deren Willen nach Russland zu bringen.

    Anzahl Geflüchteter seit Beginn des Ukraine-Krieges laut UNHCR:

    Aus der Ukraine in Nachbarländer gesamt 4,3 Millionen Menschen davon Polen: etwa 2,5 Millionen Menschen davon Ungarn: rund 404.000 Menschen davon Moldau: etwa 401.000 Menschen davon Russland: mehr als 350.000 Menschen Innerhalb der Ukraine auf der Flucht 7,1 Millionen Menschen Ukraine-Krieg: Salpetersäure-Lager bei Kämpfen im Osten offenbar beschädigt

    Update vom 9. April, 19.13 Uhr: Unweit der umkämpften ostukrainischen Stadt Rubischne ist offenbar ein Lager mit Salpetersäure durch Beschuss beschädigt worden. „Wenn Sie in einem Gebäude sind, schließen Sie Türen und Fenster!“, warnte der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Samstag. Menschen in Bombenschutzkellern sollten diese nicht verlassen. Gleichzeitig veröffentlichte er ein Video mit einer dicken rötlichen Wolke, die von Salpetersäure stammen soll.

    Hajdaj sprach von russischem Beschuss. Die prorussischen Separatisten von Luhansk machten dagegen ukrainische Kräfte für den Chemieunfall verantwortlich. Die Berichte waren nicht unabhängig überprüfbar. Salpetersäure kann unter anderem gesundheitsschädigende Dämpfe freisetzen.

    Das Gebiet Luhansk wird Berichten zufolge weiter stark angegriffen. „Leider lässt der Beschuss nicht nach“, sagte Olexander Sajika, Chef der militärischen Stadtverwaltung in Lyssytschansk, in einer Videobotschaft.

    Tschernobyl-Mitarbeiter sorgen sich wegen verschwundener Kollegen - Vorwurf der Geiselnahme

    Update vom 9. April, 15.30 Uhr: Mitarbeiter des ehemaligen ukrainischen Kernkraftwerks Tschernobyl sorgen sich um ihre mutmaßlich nach Russland verschleppten Kollegen, so der russischsprachige Ableger des britischen Senders BBC. Die ukrainische Führung wirft Russland vor, die Belegschaft von Tschernobyl fast einen Monat lang als Geiseln im Bombenschutzkeller des Gebäudes festgehalten und dann gewaltsam nach Russland gebracht zu haben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht überprüfen.

    Wir mussten ständig mit ihnen (Anm.: dem russischen Militär) verhandeln und unser Bestes geben, um sie nicht zu beleidigen, damit sie unserem Personal die Verwaltung des Objekts erlaubten.

    Kurz nach ihrem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar hatten russische Truppen Tschernobyl besetzt. Um die Wartungsarbeiten an dem 1986 havarierten Atomkraftwerk kümmerte sich aber weiter ukrainisches Personal. „Wir mussten ständig mit ihnen verhandeln und unser Bestes geben, um sie nicht zu beleidigen, damit sie unserem Personal die Verwaltung des Objekts erlaubten“, sagte Ingenieur Walerij Semjonow in dem am Samstag veröffentlichten Interview.

    Ein Soldat filmt am 6. April zerstörte Fahrzeuge und Panzer auf einer Straße in Irpin. © Laurel Chor/dpa Kriegsverbrechen im Ukraine-Krieg - Nahe Kiew 132 Leichen „gefolterter, ermordeter Bürger” gemeldet

    Update vom 9. April, 13.20 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Russland im Ukraine-Krieg neue „monströse“ Kriegsverbrechen in der Ukraine vorgeworfen. In der Siedlung Makariv im Osten der ukrainischen Hauptstadt Kiew habe man 132 Leichen von „gefolterten, ermordeten Bürgern” gefunden, teilte das Ministerium auf Twitter mit.

    Ukraine-Krieg: Russland organisiert Truppenspitze um - General mit Syrien-Erfahrung leitet Invasion

    Update vom 9. April, 12.05 Uhr: Russland soll seine Kriegsführung in der Ukraine umorganisiert und einen neuen Kommandeur mit Syrien-Erfahrungen an deren Spitze gesetzt haben. Einem westlichen Regierungsvertreter zufolge wird die Militäroperation nun von dem General Alexander Dwornikow geleitet, der umfassende Kriegserfahrung aus Syrien hat. Er ist zuletzt Befehlshaber im südlichen Wehrbezirk Russlands gewesen. Für seinen Einsatz im Syrien-Krieg wurde er 2016 von Präsident Wladimir Putin mit dem Heldenstatus ausgezeichnet.

    Offiziell wurde der Kommandowechsel von russischer Seite zunächst nicht bestätigt. Nach seinem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar hat es Russland nicht geschafft, größere Städte wie die Hauptstadt Kiew einzunehmen. Zuletzt hat es sich in seinem Angriffskrieg vor allem auf die ostukrainische Donbass-Region fokussiert.

    Ukraine-Krieg: Russische Luftaktivität im Süden und Osten erwartet - neue militärische Einschätzung

    Update vom 9. April, 11.55 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium veröffentlichte einen neuen Tagesbericht zur Situation im Ukraine-Krieg. Russland greife weiterhin unbeteiligte Zivilisten wie etwa in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk an, hieß es in dem auf Twitter veröffentlichten Bericht. Darüber hinaus würden sich die Angriffe des russischen Militärs auf die Donbass-Region, Mariupol und Mykolajiw fokussieren. Die russischen Seestreitkräfte würden ukrainisches Territorium mit Marschflugkörpern beschießen.

    Weiterhin erwarte man eine verstärkte russische Luftaktivität im Süden und Osten der Ukraine, so das britische Ministerium. Die ukrainische Verteidigung schaffe es jedoch, „russische Ambitionen“ für die Schaffung eines Landkorridors zwischen der Halbinsel Krim und dem Donbass zu zerschlagen.

    Ukraine-Krieg: Russland bestätigt neue Angriffe im Nachbarland - Dnipro und Poltawa sind betroffen

    Update vom 9. April, 11.50 Uhr: Russlands Armee hat neue Angriffe in den ukrainischen Gebieten Dnipro und Poltawa bestätigt. Unweit der südostukrainischen Stadt Dnipro sei im Ukraine-Krieg in der Nacht zum Samstag ein Waffenlager mit Raketen beschossen worden, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministerium, Igor Konaschenkow. In Myrhorod im zentralukrainischen Poltawa richtete sich ein Angriff demnach gegen einen Flugplatz. Von ukrainischer Seite hieß es, dabei seien zwei Menschen verletzt worden. Bei einer ähnlichen Attacke bei Tschornomorsk im südukrainischen Gebiet Odessa gab es laut dem Sprecher des Gebietsgouverneurs, Serhij Brattschuk, hingegen keine Opfer. 

    Ukraine-Krieg: Neue Fluchtkorridore im Osten vereinbart - Zehn Korridore in Donezk und Luhansk

    Update vom 9. April, 11.20 Uhr: Während sich die Kämpfe im Ukraine-Krieg zunehmend auf den Osten des Landes verlagern, wurden nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Premierministerin Iryna Andrijiwna Wereschtschuk nun zehn neue Evakuierungskorridore in den von pro-russischen Separatisten besetzten Oblasts Luhansk und Donezk vereinbart. In einer Mitteilung auf Telegram informierte Wereschtschuk zu den Korridoren.

    Die Korridore in Donezk erstrecken sich von den teils hart umkämpften Städten Mariupol, Berdjansk, Tokmak, Enerhodar und Melitopol nach Saporischschja. In Luhansk laufen die Korridore von Sjewjerodonezk, Lyssytschansk, Popasna, Rubischne und dem Dorf Gornoje nach Bachmut.

    Ukraine-Krieg: Kiew passt Evakuierungskorridore an - „schwierige“ Situation in drei Ostsiedlungen

    Update vom 9. April, 11.00 Uhr: Nach dem Raketenangriff auf den Bahnhof in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk und dem Tod von 52 Zivilisten ändert die Ukraine ihre Evakuierungsrouten für Zivilisten, um Sicherheit zu gewährleisten. „Leider werden unsere Evakuierungsrouten nach dem gestrigen Desaster von Kramatorsk angepasst, aber wir sind bereit und werden die Evakuierung fortführen“, sagte der ukrainische Militärgouverneur des Oblasts Luhansk, Serhij Haidai, im Staatsfernsehen.

    Außerdem würden Artillerieangriffe entlang des gesamten Gebietes andauern, erklärte Haidai. „Alle Siedlungen werden beschossen“, sagte er und fügte hinzu, besonders in Rubischne, Popasna und Hirske sei die Situation „schwierig“. Dabei würden russische Truppen diese Gebiete mit allen Waffen, einschließlich Luftangriffen beschießen.

    Ukraine-Krieg: Putins Truppen haben neues Ziel - Kuleba warnt vor heftigen Kämpfen im Donbass

    Erstmeldung: München - Nach schweren Schlägen im Ukraine-Konflikt gestalten Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin* nun ihre Ziele neu. Russische Einheiten fokussieren sich nun auf die vollständige Einnahme der Oblasts Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine, die die sogenannten „Volksrepubliken“ pro-russischer Separatisten für sich beanspruchen. Kampfhandlungen in der Ostukraine nehmen zu. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Der ukrainische Außenminister Dmitro Kuleba betonte, Auseinandersetzungen im östlichen Donbass würden die Welt an den Zweiten Weltkrieg erinnern.

    Um sein Ziel zu verwirklichen, muss der Kreml allerdings zunächst die durch die heftigen Kämpfe im Norden der Ukraine - dabei besonders rund um Kiew* - massiv geschwächten russischen Einheiten neu versorgen. An dieser Stelle geht es sowohl um militärische Ausrüstung, als auch um Soldaten. Immerhin räumte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in den vergangenen Tagen „bedeutende Verluste“ bei Zusammenstößen mit der ukrainischen Verteidigung im Ukraine-Krieg* ein.

    Ukraine-Krieg: Moskau versorgt Truppen neu - Vorbereitung auf intensive Kämpfe im Donbass

    Die russischen Streitkräfte bemühen sich nach Ansicht des US-Verteidigungsministeriums ihre Einheiten nach Verlusten im Norden der Ukraine mit neuem Material und Soldaten wieder aufzubauen. Es gebe auch Berichte, wonach die Einheiten, die nun im Osten der Ukraine* eingesetzt werden sollten, durch das Mobilisieren „zehntausender Reservisten“ verstärkt werden sollten, sagte der Sprecher des Pentagons, John Kirby.

    Einige der russischen Einheiten, die sich zuletzt über Belarus zurückgezogen hätten, seien „fast komplett vernichtet“, sagte Kirby. Es sei daher unklar, ob sie wieder eingesetzt werden könnten oder mit anderen Verbänden zusammengelegt werden müssten, die weniger „Personal, Ausrüstung, Fahrzeuge“ verloren hätten, sagte er. Es sei noch unklar, wie schnell die Russen ihre Truppen für den Einsatz im Osten der Ukraine wieder stärken könnten, sagte Kirby. Er warnte jedoch, Russland* habe trotz der Verluste immer noch den Großteil der in der Region gebündelten Schlagkraft für den Krieg zur Verfügung.

    Offenbar versorgt der Kreml durch schwere Zusammenstöße geschwächte russische Einheiten neu. (Archivbild) © IMAGO/Maximilian Clarke Ukraine-Krieg: USA stellt weitere Hilfe an Kiew in Aussicht - „wollen, dass Putin verliert“

    Zudem bestätigte Kirby, das russische Militär werde sich nun wohl auf den geografisch deutlich kleineren Bereich des östlichen Donbass konzentrieren. „Das könnte sehr blutig und sehr hässlich werden“, sagte er. Die Ukrainer würden die russischen Angreifer dort jedoch genauso entschlossen bekämpfen. „Wir wollen, dass die Ukrainer diesen Krieg gewinnen“, betonte er.

    Die USA* würden die Ukraine weiter mit Waffen und anderen Mitteln unterstützen. Mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte Kirby: „Wir wollen, dass Herr Putin und die russische Armee diese Invasion verlieren, diesen Kampf in der Ukraine verlieren.“ (bb mit Material von dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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