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Die ÃbersichtLaut ukrainischen Angaben sind in einem Dorf bei Kiew Dutzende tote Zivilisten gefunden worden. Die Leichen hätten in einem Graben in der Nähe einer Tankstelle gelegen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dringt auf Waffenlieferungen und härtere Sanktionen.
CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat das Nein seiner Partei gegen einen Boykott von russischem Erdgas auch mit der Sorge um den sozialen Frieden begründet.
Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine arbeitet die Nato nach Angaben ihres Generalsekretärs Jens Stoltenberg an Plänen für eine ständige Militärpräsenz an ihren Grenzen.
Die Polizei in Lübeck hat am Samstag einen Autokorso gestoppt, weil Teilnehmer eine Billigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gezeigt hätten.
9.55 Uhr: Die russische Menschenrechtskommissarin Tatiana Moskalkowa bestätigt einen Gefangenenaustausch mit der Ukraine vom Samstag. Am frühen Sonntagmorgen seien die an Russland übergebenen Personen auf russischem Boden angekommen, erklärte sie im Internet. Unter ihnen seien vier Angestellte der staatlichen Atomenergiegesellschaft Rosatom und Soldaten.
Ukraine stimmt neun Fluchtkorridoren im Osten zu9.22 Uhr: Im umkämpften Osten der Ukraine soll es an diesem Sonntag neun Fluchtkorridore für die Zivilbevölkerung geben. Dem habe die Regierung in Kiew zugestimmt, sagte Vizeministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk.
Auch für die eingekesselte Hafenstadt Mariupol werde es einen Korridor geben, den Menschen mit Privatfahrzeugen nutzen könnten. Alle Routen in der im Osten gelegenen Region Luhansk würden funktionieren, solange es eine Waffenruhe seitens der russischen Truppen gebe, erklärte Wereschtschuk auf Telegram.
Russland will ukrainischen Militärkonvoi zerstört haben9.04 Uhr: Russische Militärhubschrauber vom Typ KA-52 haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen ukrainischen Militärkonvoi angegriffen und zerstört. Dabei seien Waffen und militärische Ausrüstung vernichtet worden, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium. Der ukrainische Konvoi habe aus gepanzerten Fahrzeugen und Flugabwehrgerät bestanden. Ort und Zeitpunkt des Angriffes wurden nicht angegeben.
Russland offenbar um Ausgleich der Verluste bei Truppen bemüht8.13 Uhr: Russland versucht offenbar, die zunehmenden Verluste seiner Invasionstruppen durch Soldaten auszugleichen, die seit 2012 aus dem Militärdienst entlassen wurden. Zu dieser Erkenntnis kommt der britische Militärgeheimdienst, wie das Verteidigungsministerium aus seinem regelmäÃig veröffentlichten Bulletin auf Twitter mitteilte.
Das Militär bemühe sich, seine Kampfkraft zu stärken. Dazu gehöre auch der Versuch, Rekruten aus der von Russland gestützten und international nicht anerkannten Region Transnistrien im Osten der Republik Moldau zu gewinnen. Moldau grenzt im Westen an das EU-Mitglied Rumänien und im Osten an die Ukraine. Das kleine, arme Land hat zahlreiche Menschen aus der Ukraine aufgenommen.
Behörden: Dutzende Zivilisten in Grab nahe Kiew gefunden7.52 Uhr: Erneut ist Behörden zufolge in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein Massengrab mit Dutzenden toten Zivilisten entdeckt worden. Das Grab sei am Samstag im Dorf Busowa gefunden worden, sagte Taras Didytsch, der Vorsteher der Gemeinde Dmytriwka, zu der Busowa und weitere umliegende Dörfer gehören, dem ukrainischen Fernsehen. Die Leichen hätten in einem Graben in der Nähe einer Tankstelle gelegen. Um wie viele Tote genau es sich handele, sei noch nicht klar.
Busowa stand wochenlang unter russischer Besatzung. Während der Belagerung Kiews durch russische Truppen lagen etliche Gemeinden rund um die Hauptstadt unter ständigem Beschuss â" darunter Makariw, Butscha, Irpin und Dmytriwka. Nach dem Abzug der russischen Soldaten wurden bereits mehrere Massengräber und zahlreiche zivile Todesopfer gefunden.
Gouverneur von Luhansk: Neun Züge stehen zu Evakuierung bereit7.13 Uhr: Zur Evakuierung der ostukrainischen Region Luhansk stehen nach Angaben des Gouverneurs Serhij Gaidai an diesem Sonntag neun Züge bereit. Diese könnten die Einwohnerinnen und Einwohner der belagerten Orte nutzen, um sich in Sicherheit zu bringen, schrieb Gaidai auf Telegram. Im Osten der Ukraine wird eine Offensive der russischen Truppen erwartet.
In der Stadt Siewierodonezk in der Region Luhansk seien am frühen Morgen eine Schule und ein Wohnhochhaus beschossen worden, so der Gouverneur. Glücklicherweise habe es keine Verletzten gegeben.
Selenskyj dringt auf Waffenlieferungen und härtere Sanktionen7.06 Uhr: Die Aggression Russlands gilt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge nicht nur seinem Land, sondern ganz Europa. Er rief den Westen erneut auf, der Ukraine mehr Waffen zu liefern und ein vollständiges Embargo auf Energielieferungen aus Russland zu verhängen. Die Gewaltanwendung Russlands sei eine Katastrophe, die unweigerlich alle treffen werde, sagte Selenskyj in einer in der Nacht zu Sonntag veröffentlichten Videobotschaft. »Russlands Aggression sollte nie nur auf die Ukraine beschränkt sein (...), das gesamte europäische Projekt ist ein Ziel für Russland.«
Ukraine verbietet alle Importe aus Russland5.45 Uhr: Die Ukraine untersagt alle Einfuhren aus Russland. »Heute haben wir offiziell die vollständige Einstellung des Warenhandels mit dem Angreiferstaat verkündet«, schrieb Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko auf ihrer Facebook-Seite. Damit wird die Einstellung der Importe zum Gesetz. Vor dem Krieg war die Ukraine mit jährlichen Warenlieferungen im Wert von rund sechs Milliarden Dollar ein wichtiger Handelspartner Russlands.
CDU-Generalsekretär: Bei Gasboykott geht es um sozialen Frieden4.30 Uhr: CDU-Generalsekretär Mario Czaja hat das Nein seiner Partei gegen einen Boykott von russischem Erdgas auch mit der Sorge um den sozialen Frieden begründet. »Es geht nicht um die Frage, ob wir für den Frieden in der Ukraine ein bisschen frieren können«, sagte Czaja der Nachrichtenagentur dpa. »Es geht um die Frage, ob wir Millionen von Arbeitsplätzen erhalten, Existenzen von Bürgerinnen und Bürgern und damit auch den sozialen Frieden in unserem Land sichern.«
Die CDU unterstütze das Kohle-Embargo, das die EU-Kommission gegen Russland vorgeschlagen hat, und spreche sich auch dafür aus, schnell, möglichst innerhalb der nächsten drei Monate, Ãl-Importe aus Russland zu stoppen, sagte Czaja. »Bei den Gasimporten befinden wir uns alle in einem furchtbaren moralischen Dilemma.«
Er könne verstehen, dass jeder Weg gesucht wird, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, sagte er zu entsprechenden Forderungen der ukrainischen Regierung. »Aber ein sofortiger Stopp russischer Gaslieferungen würde unsere wirtschaftliche Kraft derartig in Mitleidenschaft ziehen, dass wir nicht mehr die Kraft hätten, um auch der Ukraine angemessen helfen zu können.« GroÃe Teile der deutschen Grundstoffindustrie seien von diesen Lieferungen abhängig.
Söder will Fracking in Deutschland »ergebnisoffen prüfen«3.16 Uhr: Deutschland möchte sich unabhängiger von russischem Gas machen. Dafür will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch die umstrittene Fracking-Technologie zur Gasgewinnung in Deutschland »ergebnisoffen prüfen«. »Die Amerikaner haben sich durch Fracking vom Nahen Osten völlig unabhängig gemacht«, sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
»Wir müssen ergebnisoffen prüfen, was geht und sinnvoll ist. Verbote könnte man aufheben. Wir haben als Volksvertreter sogar die verfassungsmäÃige Pflicht, in solch auÃergewöhnlichen Krisenzeiten alle Optionen unvoreingenommen im Blick zu haben«, so Söder.
Der CSU-Chef dringt zudem auf eine Ausweitung der Waffenlieferungen an die Ukraine. »Die beste Form, der Ukraine zu helfen und die unmenschlichen Gräueltaten zu beenden, sind mehr und schnellere Waffenlieferungen«, sagte der bayerische Ministerpräsident. Die Bundesregierung liefere bisher eher unzureichendes Material. »Wir müssen die besten Waffen liefern und mit unseren Nato-Partnern gleichziehen«, forderte Söder.
Nato plant ständige Militärpräsenz an den Grenzen3.01 Uhr: Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine arbeitet die Nato nach Angaben ihres Generalsekretärs Jens Stoltenberg an Plänen für eine ständige Militärpr� �senz an ihren Grenzen. »Was wir jetzt sehen, ist eine neue Realität, eine neue Normalität für die europäische Sicherheit«, sagte Stoltenberg der Zeitung »The Telegraph«. Die Nato befände sich in einer grundlegenden Umgestaltung. Diese spiegele die langfristigen Folgen der Handlungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin wider. »Wir müssen sicherstellen, dass wir in einer gefährlicheren Welt weiterhin in der Lage sind, alle Bündnispartner der Nato zu schützen und zu verteidigen.«
Tote und Verletzte bei Beschuss â" weitere Evakuierungen2.55 Uhr: Durch Beschuss sind in der Region Donezk ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Zivilisten getötet und fünf weitere verletzt worden. Die örtliche Militärverwaltung machte Russland für die Opfer verantwortlich. Auch im nordöstlichen Gebiet Charkiw habe die russische Artillerie am Samstag Siedlungen beschossen, teilten ukrainische Behörden mit. Dabei sei en mindestens zwei Menschen getötet und ein Mensch verletzt worden. Viele Häuser seien zerstört.
In der Region Mykolajiw im Süden habe das ukrainische Militär sieben Raketenangriffe der russischen Armee gezählt, hieà es. Dabei sei niemand getötet worden. Ukrainische Kräfte hätten ihrerseits bei drei Angriffen auf russische Truppen am Samstag unter anderem 80 Soldaten getötet sowie drei Panzer und je ein Flugzeug und einen Hubschrauber zerstört. Die Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden.
Dem Präsidialamt in Kiew zufolge konnten am Samstag mehr als 4500 Zivilisten aus den Regionen Donezk, Luhansk und Saporischschja flüchten. Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk warf Russland vor, trotz einer Vereinbarung Busse für Flüchtende auf bestimmten Routen nicht passieren zu lassen. »Die Busse sind nach Saporischschja zurückgekehrt und werden am Sonntag erneut versuchen, die Städte zu erreichen, um unsere B ürger zu evakuieren«, sagte Wereschtschuk.
Vier Strafanzeigen bei Autokorso in Lübeck2.10 Uhr: Die Polizei in Lübeck hat am Samstag einen Autokorso gestoppt, weil Teilnehmer eine Billigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gezeigt hätten. Demnach seien auch Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet worden, teilte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mit.
Eigentlich hatte die Demonstration im Stadtteil St. Lorenz mit Bezug auf den Krieg in der Ukraine unter dem Motto »Gegen den Hass!«, stattgefunden. Etwa 150 Menschen hatten sich dazu am Nachmittag versammelt und nach einer Auftaktkundgebung den Korso aus 60 Fahrzeugen gestartet.
Einsatzkräfte der Polizei schlossen wegen AuflagenverstöÃen und »des Verdachts der Begehung von Straftaten« vier Teilnehmer von der Versammlung aus und erstatteten Strafanzeigen gegen sie.
fek/wit/dpa/AFP/AP/Reuters
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