Ukraine-Krieg – die Lage am Samstag „Die Menschen in den belagerten Städten sind apokalyptischen Zuständen ausgesetzt“


19. März 2022

Die Kämpfe an den diversen Brennpunkten in der Ukraine gehen weiter. Zwar verhandeln Moskau und Kiew weiter über eine Friedenslösung. Doch zumindest aus ukrainischer Sicht geht es dabei kaum voran. Die Lage im Überblick.

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  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland nachdrücklich zu ernsthaften und ehrlichen Gesprächen über eine Friedenslösung aufgerufen. Sein Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk betonte die sogenannten roten Linien für die Verhandlungen mit der russischen Seite â€" Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine sowie ihre staatliche Unabhängigkeit. Die Kämpfe dauern unterdessen vielerorts an. Dem russischen Militär unterstellt US-Verteidigungsminister Lloyd Austin viele taktische Fehler. „Sinnvolle Verhandlungen über Frieden und Sicherheit für die Ukraine, ehrliche Verhandlungen und ohne Verzögerungen, sind die einzige Chance für Russland, seinen Schaden durch eigene Fehler zu verringern“, sagte Selenskyj am späten Freitagabend in einer Videoansprache. Sollte die territoriale Unversehrtheit der Ukraine nicht wiederhergestellt werden, so werde Russland „ernsthafte Verluste“ erleiden .

    Unterdessen wird die Lage für die Zivilbevölkerung schlimmer: Angesichts der Kämpfe in der Ukraine warnt die EU-Kommission vor einer Hungersnot in dem Land.

    Die Evakuierungen der belagerten ukrainischen Städte finden unter schwierigen Bedingungen statt: In Absprache mit der russischen Seite sind in den vergangenen Tagen wiederholt sogenannte Fluchtkorridore geöffnet worden, über die Zivilisten umkämpfte Städte und Ortschaften verlassen konnten. Die Vereinbarungen wurden jedoch nicht immer eingehalten, Zivilisten gerieten immer wieder unter Beschuss.

    Es folgen Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

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    Gouverneur von Luhansk: Fluchtkorridor ab Samstagmorgen

    Aus Luhansk soll es am Samstagmorgen nach Angaben des Gouverneurs der Region einen Fluchtkorridor geben. Ab 09.00 Uhr Ortszeit (08.00 Uhr MEZ) sollen Evakuierungen und Hilfslieferungen möglich sein, teilt Serhij Gaidaj über den Messengerdienst Telegram mit.

    Deutscher Maschinenbau erwartet trotz des Kriegs ein deutliches Wachstum

    Der Verband des deutschen Maschinenbau erwartet trotz des Kriegs in der Ukraine ein deutliches Wachstum in seiner Branche. „Der deutsche Maschinenbau befindet sich nach wie vor in einer stabilen Verfassung“, sagt VDMA-Präsident Karl Haeusgen der „Augsburger Allgemeinen“ einem Vorabbericht zufolge. Die Branche müsse ihre Wachstums-Erwartungen nur leicht korrigieren, kündigt er an. „Durch die Folgen des von Wladimir Putin angezettelten Krieges und der hartnäckigeren Lieferketten-Probleme rechnen wir für dieses Jahr nicht mehr wie ursprünglich mit einem Produktionsplus von real sieben Prozent, aber immerhin noch mit vier Prozent.“

    EU-Kommission warnt vor einer Hungersnot

    Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine warnt die EU-Kommission vor einer Hungersnot in dem Land. „Die Menschen in den belagerten Städten sind apokalyptischen Zuständen ausgesetzt â€" keine Nahrung, kein Wasser, keine medizinische Versorgung und kein Ausweg“, sagt der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic für humanitäre Hilfe und Krisenschutz der „Welt am Sonntag“ einem Vorabbericht zufolge. Die humanitäre Krise in der Ukraine könne noch schlimmer werden. „Das Riesenproblem ist der Zugang. Es ist eine Verpflichtung, humanitären Zugang zu gewähren, ohne jedes Hindernis,“ sagt der Politiker aus der Slowakei. Die Verletzung des Völkerrechts müsse sofort aufhören.

    Der Krieg in der Ukraine treibt den Weizenpreis und setzt Bäckereien unter Druck. Branchengrößen wie Kamps und Lieken verlangen nun mehr für Brot und Brötchen. Kleinen Handwerksbetrieben droht das Aus.

    von Jacqueline Goebel, Stephan Knieps

    Lambrecht: „Die Nato wird nicht zur Kriegspartei“

    Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) schließt ein militärisches Eingreifen des westlichen Bündnisses in der Ukraine kategorisch aus: „Die Nato wird nicht zur Kriegspartei, dabei bleibt es“, sagt sie der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir müssen verhindern, dass aus diesem furchtbaren Krieg ein Flächenbrand wird.“ Auch die von der Ukraine geforderte Flugverbotszone über dem von Russland angegriffenen Land lehnt sie weiterhin ab: „Die Gefahr wäre unkalkulierbar. Deswegen haben wir so klar entschieden, keine solche Zone einzurichten.“

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    Abkehr von Putins Blockade-Taktik? : Ukraine meldet russische Angriffe auf Asow-Stahlwerk in Mariupol